Fazit: Bad Hersfelder Festspiele 2012
Der Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling ist nach eigenem Bekunden „außerordentlich zufrieden“. Festspielintendant Holk Freytag hingegen bilanziert, er sei nicht zufrieden, er sei erleichtert. Die Rede ist von der Saison 2012 der Bad Hersfelder Festspiele, die beide im Rahmen einer Pressekonferenz Anfang August auswerteten.
Der Zauberberg
Als durch und durch gelungene Premiere kann das, was am 27. Juni 2012 in der Bad Hersfelder Stiftsruine aufgeführt wurde, nicht bezeichnet werden. Thomas Manns seitengewaltiger "Der Zauberberg" war in der ultrakomprimierten Bühnenbearbeitung von Vera Sturm und Hermann Beil unter der Regie von Janusz Kica zu sehen.
Bad Hersfeld, Ortsteil Anatevka
25.06.2012 Im ukrainischen Dorf Anatevka geht alles seinen geordneten Gang. Der gottesfürchtige Milchmann Tevje ist in der jüdischen Gemeinde trotz seiner Armut ein angesehener Mann. Er lebt hier mit Frau und seinen fünf Töchtern in einem von Traditionen und Brauchtum geprägten Umfeld. Doch ist in der späten Zarenzeit 1905 einiges im Umbruch und das kommt nun auch in der Provinz an. Die Dorfgemeinschaft wird durch die Neuerungen auf die Probe gestellt und letztendlich sogar zerstört.
König Lear: „Die Jungen kommen, die Alten müssen weg!“
Zum Auftakt der diesjährigen Bad Hersfelder Festspiele legte Intendant Holk Freytag mit seiner Inszenierung von Shakespeares „König Lear“ ordentlich einen vor. Im wörtlichen Sinne blendet er das Publikum mit kraftvollen Strahlern – zusammen mit dem zunächst von seinem Sohn Edmund (Lars Weström) metaphorisch und dann vom glühenden Schwert geblendeten Graf von Glocester (gespielt von Bernd Kuschmann).
Saison 2012
Dass Volker Lechtenbrink - einst Intendant der Bad Hersfelder Festspiele - in der kommenden Saison den „König Lear" geben darf, ist ja kein Geheimnis mehr. Intendant Holk Freytag, Bürgermeister Thomas Fehling und Verwaltungsdirektor Karl Schmidt hatten allerdings noch Anderes zu verkünden, als sie am 9. August zu einer Pressekonferenz luden.
