DIE 100.

Die 100. Ausgabe mag bei einer Tageszeitung eher ein müdes Lächeln abringen, doch was, wie das printzip, monatlich erscheint, kann auf einige Jahre zurückblicken.

Die printzip-Gründermütter und -väter beschlossen 1997 die Presselandschaft zu bereichern. Ein bunter Kreis von etwa zwanzig Leuten setzte sich zusammen. Darunter Journalisten, Schriftsteller, Kulturmanager, Vereinsfunktionäre,... Etwas Frisches, Lebendiges sollte entstehen. Ein Medium für die Informationen, die in anderen Medien zu kurz kommen oder gar nicht berücksichtigt werden. Eine Zeitschrift, die Menschen in Bewegung versetzten sollte. Große Ziele und viel Arbeit, wie sich in der Praxis zeigt.

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Emil Carlebachs Rede zu Buchenwald

Lasst nicht nach in Eurer Wachsamkeit!
(Ansprache von Emil Carlebach am 9.April 1995 zum 50.Jahrestag der Selbstbefreiung auf dem Appellplatz in Buchenwald)

Wir trauern um mehr als 60.000 Kameraden, Väter, Brüder, Söhne, die hier auf dem Boden dieses KZ ermordet wurden. Durch Deutsche.
Wir trauern um weitere Zehntausende, die von hier aus nach Auschwitz, nach Dora, auf Todesmarsch geschickt wurden. Durch Deutsche.

Aber wir als deutsche Antifaschisten sind stolz darauf, dass wir in unbeugsamen Widerstand 21.000 Kameraden aller Nationalitäten vor der Ermordung retten konnten, unter ihnen 3.000 jüdische Menschen, 903 hilflose Kinder, die wir vor den Bestien schützen konnten, die sich unsere "deutschen Landsleute" nennen und die sich im Zuge des Kalten Krieges wieder als nützlich für eine zukünftige Barbarei anbieten konnten.

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EMIL CARLEBACH - Journalist im jungen Nachkriegs-Deutschland

 

Im Herbst 1997 entstand eine Redaktionsgruppe, aus der schließlich im Februar 1998 die erste Ausgabe der Monatszeitschrift printzip hervorgebracht wurde. Einige Wochen zuvor, im August 1997 erschien von einem teils personalidentischen Autorenkreis verfasst das Buch „Deutschlands Mitte – aber rechts daneben“.

Auf mehr als 300 Seiten findet sich hier eine detaillierte Dokumentation zu Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus und Neofaschismus in der Region Osthessen. Ein Geleitwort zum Buch verfasste der damalige Vizepräsident des internationalen Buchenwald-Komitees, der KZ-Überlebende Emil Carlebach. Ende September 1997 fand sich Emil Carlebach zu einem Treffen in den Redaktionsräumlichkeiten in Niederaula ein, um mit den Autoren das Erscheinen des Buches zu feiern.

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