U. K. macht einen völlig utopischen Vorschlag fürs Klima
Deutsche Autobauer sind die Preisträger des „Worst EU Lobbying Award 2007". Verbrauch für die PKW-Flotten der großen Drei: Fast 10 Liter! Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben bei Gabriel Merkel-Glos aber auch wirklich gute Arbeit geleistet: Erst wurde der angepeilte EU-Verbrauchswert hochgedrückt und jetzt sollen bei der Klima-Killer-Kennzeichnung die Blechsaurier besser wegkommen können als kleine Kutschen: M-Klasse, X5 und Cayenne GTS als Klimaschützer?
Oh du Freudige!
Der Einzelhandel setzt auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Ist das eine gute Nachricht? Natürlich, denn – so meldet sein Hauptverband – „Die Einkommen steigen und die Arbeitslosigkeit sinkt, hinzu kommen gut gefüllte Sparbücher, ... die ... für den Konsum zur Verfügung stehen."
Ist dem so? Dann wäre zu befürchten, dass mal wieder der Geschenke-Tsunami durch die Wohnzimmer tobt, und der Heiligabend in einer Flut aus aufgerissenen Verpackungen und zerknülltem Geschenkpapier erstickt, ganz wie bei den Hoppenstedts (du erinnerst dich ... Loriot!).
Ja, das hat was mit dem Klima zu tun, denn – Achtung, Zeigefinger – jedes Produkt hinterlässt einen Haufen Abfall und Schmutz! Beispiel: Allein für einen schnuckeligen Ring aus Gold müssen 1000 kg Material bewegt/verarbeitet/entsorgt werden*.
Soweit kommt‘s noch, denkst du jetzt, dass man seinen Lieben nicht mal mehr eine Freude machen darf! Freude? Mal kurz bei Wikipedia nachschlagen:
Freude ist eine Beglückung, eine helle oder heitere Stimmung ... In der Freude fühlt man sich wohl, es sind im Augenblick alle seelischen Bedürfnisse erfüllt.
Wenn du also mit dem Goldring ein ‘seelisches Bedürfnis’ erfüllst ... Bingo! Aber in jeder guten Soap wird doch Schmuck aus schlechtem Gewissen oder Mangel an Phantasie verschenkt – in solchem Fall sollte dann die Tonne Schlacke mit im Paket drin sein.
Kannst du dich erinnern, wann du das letzte Mal mit einem Geschenk eine ‘heitere Stimmung’ hervorgerufen hast? Ehrlich gesagt, ... mir gelingt das auch nicht so häufig. Reality check: Am Heiligmorgen durch die Läden hetzen, ein tolles Präsent suchen. Wie ich das hasse! Und eigentlich weiß man oft schon beim Kauf, dass die Sachen dann im Regal freudlos herumstehen oder die Schränke verstopfen. Und mach dir nichts vor, der Empfänger denkt das auch! Deshalb hier eine Liste von Geschenken, die freudemäßig eher unbrauchbar sind (nach mondland.de). Bei Frauen: Küchengeräte, Kleidung, Parfum, Süßigkeiten, Tischdecken, Geschirr, Unterwäsche, Dekoartikel; und bei Männern: Strümpfe, Krawatten, Unterwäsche, Hemden, Bücher (?!), Süßigkeiten, Dekoartikel.
Auf dieser Hass-Liste fehlen die elektronischen Geräte, und so wird´s wohl in den Kassen vom Mediamarkt weihnachtlich sturmklingen. (Nach langem inneren Kampf bin ich jetzt ja selber soweit ... über einen iPod würde ich mich echt freuen.) Aber achte beim neuesten Spielzeug, dem iPhone, auf den Knebelvertrag: Die Rendite für Apple und t-mobile kostet dich leicht 2000 €. Und die, die sich jetzt zwischen Blu-Ray und HD-DVD entscheiden, löhnen eventuell doppelt, wenn sich nämlich das ‘falsche’ System durchsetzt (Betamax lässt grüßen).
Klimamäßig solltest du aber über ‘de-materialisierte’ Alternativen nachdenken. Eine Freundin hat mir neulich ihren Grundsatz – „Ich verschenke vor allem meine Zeit!" – so veranschaulicht: Sie hat ihren Neffen zu einem gemeinsamen Kinobesuch eingeladen, anschließend ging´s zu McDonald (nicht gerade ecologically correct, aber er hat sich darüber gefreut). Hier ein Vorschlag für Erwachsene: Eine Wohlfühl-Massage! Und wenn man die auch noch persönlich ausführt, kann das für eine Beziehung überaus beglückend sein.
Kulturtechnisch sind wir aber leider mehr auf HABEN getrimmt. Es würde viel bringen – nicht nur für´s Klima – wenn wir das „Hast du was, bist du was" langsam umpolen könnten in „Du bist das, was du schaffst". Zum Beispiel Freude.
* Diesen „ökologischen Rucksack" kann man mit der MIPS-Methode ausrechnen (http://www. wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/ws27.pdf). Würden alle Menschen einen Rucksack für unseren Lebensstil rumschleppen, wären zwei bis drei Erdkugeln notwendig! ‘Dematerialisierung’ ist also angesagt.
Über das schöne Autoleben!
Öko-Hightech bei der Frankfurter Auto-Kirmes und die Message: Das mit dem Klima wird schon wieder – es muss nur für jeden eine moderne Karre her. Weitergehende Vorschläge zum Thema erscheinen entbehrlich, und so will ich mal in den Lobgesang auf unsere rollenden Wohnhöhlen einstimmen:
Join the Hanging Out!
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Kaum zu glauben, investigativer Journalismus beim ZDF. „Das Kartell - Im Würgegriff der Energiekonzerne" beweist nach knallharter Recherche: Die Energiekonzerne machen Rekordgewinne, die Manager und die politischen Helfer stecken sich die Taschen voll, und – natürlich – der Strom ist zu teuer. (Das Video nur mit Beruhigungsmittel reinziehen: www.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,5589167, 00.html). |
