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Das printzip 6-2018 erscheint am 28. Mai 2018

 

AKTUELLES

Mo

26

Mär

2018

Fake News vermeiden

Wie lassen sich seriöse Quellen im Internet erkennen?

Mit dem Web 2.0 hat sich die Anzahl der Informationsquellen im Internet extrem gesteigert. Zugenommen haben aber auch falsche oder verfälschte Meldungen. Wie lassen sich in Zeiten von Fake News und Facebook seriöse, objektive Informationen erkennen?
 
Fake News – falsche Neuigkeiten – werden aus unterschiedlichen Motivationen erstellt – aus politischen Gründen, zur gezielten Desinformation, aus Spaß… Oft werden auch unbewusst falsche Informationen verbreitet oder aus unzuverlässigen Quellen falsche Schlussfolgerungen gezogen.
Merkmale von Fake News sind, dass sie oft überspitzt sind, keine Quellen genannt werden und der genaue Zeitpunkt oft unklar ist. Einige Falschmeldungen halten sich über Jahre und tauchen immer wieder neu auf.
Fake / Hoax News-Seiten und -Beiträge zielen auf leichtgläubige Leser, die keine Quellen kontrollieren und Nachrichten plump teilen. Clickbait-Webseiten locken mit reißerischen Titeln. Die Artikel halten dann jedoch selten, was die Überschrift verspricht. Auch nehmen sie gerne eine Geschichte mit einem wahren Kern, greifen einen bestimmten Teilaspekt heraus und überhöhen diesen.
Stößt man auf eine Meldung auf einer unbekannten Quelle, zum Beispiel auf einer Website oder bei Facebook, sollte ein Blick auf das Impressum geworfen werden. Keines vorhanden? Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine seriöse Seite handelt, bereits extrem gering. Wenn es ein Impressum gibt, lohnt es sich, zu hinterfragen: Ist es Ziel der Seite, Informationen zu vermitteln? Oder haben die Betreiber*innen eigene, etwa politische oder finanzielle Interessen, die an ihrer Objektivität Zweifel lassen?
Weiterhin hilft ein Gegencheck: Lassen sich die besagten Aussagen auch auf anderen Quellen finden?
Dem Widerlegen von Gerüchten und Fake News haben sich inzwischen mehrere Internetseiten gewidmet. Zum Beispiel klärt www.mimikama.at* über Internetbetrug und Falschmeldungen auf, über Esoterik und Pseudowissenschaft informieren www.psiram.com oder www.gwup.org.
 
Es gibt aber auch Quellen, die nicht unbedingt falsche Informationen verbreiten, bei denen von vornherein aber zumindest Vorsicht und ein Gegencheck sinnvoll sind.
Manche Ratgeber-Portale werden von Unternehmen betrieben, die Produkte oder Dienstleistungen zum jeweiligen Thema anbieten, bei denen also geschäftliche Interessen zumindest eine Rolle spielen könnten. Auch hier klärt oft ein Blick in das Impressum auf. Vor allem bei Themen wie Finanzen, Versicherungen oder Immobilien tummeln sich Webseiten, deren Beiträge in erster Linie so geschrieben sind, dass sie in Suchmaschinen möglichst weit oben auftauchen.
Vergleichsportale sind nicht immer unabhängig, sie verdienen ihr Geld meist über Provisionen von den Firmen, die sie vergleichen. Die Verbraucherzentralen bemängeln regelmäßig, dass Finanzierung und Bewertungskriterien nicht transparent sind.
Werbung ist nicht immer (unmittelbar) erkennbar. Im Internet häufig anzutreffen ist sogenanntes „Influencer-Marketing“. Product Placement und Schleichwerbung haben sich dort de facto zu einem einträglichen Geschäft entwickelt. Es gibt eigene Datenbanken, in denen Unternehmen und Werbetreibende zum Beispiel Blogger, Youtuber oder Instagrammer finden können, die netterweise ihre Produkte erwähnen oder testen. 
Die Trennung von redaktionellen Inhalten und Anzeigen ist auch nicht bei allen journalistischen Angeboten gegeben. Manchmal sind Werbe-Texte etwa mit „Anzeige“ gekennzeichnet – manchmal auch nicht.
Schließlich sind auch journalistische Artikel nicht von vornherein gut recherchiert oder neutral. Die NachDenkSeiten beispielsweise zeigen auf, wie in der Wirtschafts- und Sozial- und Finanzpolitik in den großen Medien überwiegend neoliberale Positionen vertreten werden und bieten Gegenpositionen. BildBlog oder ÜberMedien untersuchen Falschmeldungen und Fehler in der Medienberichterstattung.

* Auch bei allen hier genannten Webseiten gilt: Im Zweifel skeptisch bleiben, den Informationen nachgehen, mitdenken – bevor die Informationen weiterverbreitet werden.

 

Markus Weber

erschienen im printzip, Ausgabe April 2018

 

Mo

26

Mär

2018

Nulltarif ist gut, eine komplette Verkehrswende ist besser...

Ein Gastbeitrag von Jörg Bergstedt, Landschaftsplaner und Autor

Eigentlich war schon überraschend, dass die Bundesregierung, dieser Freundeskreis der deutschen Automobilindustrie, den sogenannten Nulltarif, also die fahrscheinlose Nutzung von Bussen und Bahnen, ins Gespräch brachte. Noch bemerkenswerter schien, dass viele den Vorschlag aufgriffen und sich inzwischen etliche Städte und Kreise darum drängeln, als Teststadt ausgewählt zu werden, um endlich den Nulltarif bei sich einführen zu können. Doch genaueres Hinsehen zeigt: Das war keineswegs überraschend. Denn die Idee ist einfach gut. Und sie ist nicht so exotisch, wie manche das jahrelang dargestellt haben und immer noch darstellen. Eher ist Deutschland hier Nachzügler, ein Entwicklungsland in Sachen Verkehr. Etliche Städte Europas, vor allem in Frankreich, praktizieren das Erfolgsmodell, ebenso Melbourne, Seattle, Hawaii – und sogar eine europäische Hauptstadt, nämlich Tallinn (es soll dort demnächst sogar landesweit ausgedehnt werden). Hierzulande gab es nur zwei Versuche zum Nulltarif (in Templin und Lübben) – mit überwältigendem Erfolg. Es stiegen so viele Menschen auf Busse um, dass die Verkehrsbetriebe das nicht mehr bewältigen konnten. Da die Orte allein gelassen wurden, hielten sie das nicht durch. Das wäre jetzt anders. Und darum ist es der richtige Zeitpunkt, einzusteigen in die konkrete Planung. Fulda, Bad Hersfeld und umliegende Gemeinden: Werdet zu den Mitvorreitern der Idee – und bringt den Impuls in die Verkehrsverbände NVV und RMV ein! Denn klar ist, dass das Ganze am besten funktioniert, wenn es nicht nur Inseln sind, an deren Grenze plötzlich doch ein Ticket gelöst werden muss und die ganze, sauteure Infrastruktur von Fahrkartenautomaten, Werbung, Buchhaltung und Kontrolleur*innen aufrechterhalten wird, weil sich auch Menschen aus ferneren Orten nach Osthessen verirren.

 

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Di

27

Feb

2018

Interview mit Dr. Eckart von Hirschhausen: „Das Anreizsystem ist falsch“

Dr. Eckart von Hirschhausen
Foto: Tim Ilskens

Was können wir im Beruf, im Alltag und im Alter - und vielleicht sogar im Schlaf -  für unsere Gesundheit tun? Darüber darüber sprach printzip-Redakteur Markus Weber mit Dr. Eckart von Hirschhausen. Es ging aber auch um die Rahmenbedingungen des Gesundheitsystems.

 

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Mo

29

Jan

2018

Peer Gynt statt Don Karlos

Nach dem Rücktritt von Dieter Wedel werden die Bad Hersfelder Festspiele 2018 mit „Peer Gynt“ eröffnet, „Das Karlos-Komplott“ wird nicht aufgeführt. Dies teilte der kommissarische Intendant der Festspiele Joern Hinkel heute auf einer Pressekonferenz in Bad Hersfeld mit.

 

 

„Dieter Wedel hat es geschrieben für eine Dieter-Wedel-Inszenierung. Aber ein Wedel ohne Wedel ist eigentlich nicht machbar“, so Hinkel über das Stück, dass Wedel nach der Vorlage von Friedrich Schiller neu bearbeitet hat. Außerdem hätte eine Aufführung nach den Ereignissen der letzten Wochen keine Chance, objektiv beurteilt zu werden. Die Schauspieler des Karlos-Komplottes, wie Andreas Schmidt-Schaller, würden aber bei den Festspielen bleiben. Es werde nun geschaut, welche Rolle sie in anderen Stücken übernehmen könnten.

 

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, Festspiel-Intendant Joern Hinkel und kaufmänische Leiterin  der Festspiele Andrea Jung auf der Pressekonferenz am 29. Januar 2018
Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, Festspiel-Intendant Joern Hinkel und kaufmänische Leiterin der Festspiele Andrea Jung auf der Pressekonferenz am 29. Januar 2018
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Mo

27

Nov

2017

Amazon auf dem Weg in den Kühlschrank?

Kampagne will Lebensmittel-Versand beim Start ausbremsen

Weithin sichtbar sind die Bad Hersfelder Amazon-Logistikzentren. Weit bekannt sind sie auch, nicht zuletzt durch Reportagen über die Arbeitsbedingungen beim Pakete-Zusammenstellen und Packen in der Vorweihnachtszeit. Immer wieder rufen die Gewerkschaften zum Streik auf. Im Lieblingsbuchladen um die Ecke ist auch niemand gut auf den Konzern zu sprechen, denn er hat viele Buchhandlungen auf dem Gewissen und schafft sich Vorteile durch Steuertricks, die der Gesellschaft und den Wettbewerbern schaden. Und Datenschützer schütteln die Köpfe darüber, wie viel Wissen der Online-Riese über seine Kund*innen anhäuft und auswertet.

Aber jetzt diskutieren auch Bäuerinnen und Bauern, der Frankfurter Ernährungsrat und Umweltaktive über das neueste Projekt Amazons. In Bad Hersfeld rufen sie am Dienstag, 5. Dezember, in Weihnachtsmannkostümen zur Aktion „Weihnachten ohne Amazon“ und zum Unterschreiben auf: Sie wollen „Amazon fresh“ schon in der Startphase stoppen.
Über diese neue Sparte Amazons kommen frische Lebensmittel direkt in die Haushalte – seit einem halben Jahr und bisher nur in Berlin, Potsdam, Hamburg und München. Vollmundig kündigte Konzernchef Jeff Bezos an, die Kühlschränke erobern zu wollen und das Einkaufen zu revolutionieren.

In den USA hat Amazon gerade eine große Bio-Lebensmittelkette übernommen. 13,7 Milliarden Dollar kostete „Whole Foods“ mit 440 Filialen in den USA. Innerhalb kürzester Zeit senkte Amazon die Preise in den Läden um 40 Prozent - das ist so viel, dass die Zulieferer um ihre Zukunft bangen müssen.
Amazon wendet sich mit seinem Frische-Angebot in Deutschland zunächst an zahlungskräftige Kund*innen. Wer dabei sein will, muss sowohl gebührenpflichtig Amazon Prime Kund*in sein als auch einen zusätzlichen Amazon fresh-Monatsbeitrag zahlen. Dafür wirbt der Konzern mit der größten Produktvielfalt des Lebenmittelhandels. Er hat Kooperationsverträge unter anderem mit den bisher regional orientierten Ketten Tegut und Feneberg als auch der Biokette Basic sowie konventionellen Händlern geschlossen. Einer der ersten Effekte: Essens-Retter aus Berlin berichteten, dass bei Basic seit dem Einstieg in das Amazon fresh-Konzept massiv mehr Lebensmittel weggeworfen werden.
Amazon hat die ausgefeilteste Online-Bestell-Software und Logistik und ist Meister der Kundenbindung. Bisher zeigen Erfahrungen aus anderen Branchen, wie es kleineren Partnern des Konzerns ergeht. Amazon macht sie austauschbar, konkurriert mit billigeren Produkten und mit Hilfe von Algorithmen zur Preisbildung und schraubte die Anforderungen stark in die Höhe. Amazon ist nämlich nicht nur ein mächtiges Handelsunternehmen, sondern auch Bereitsteller der Infastruktur, Betreiber virtueller Marktplätze.

Das ist kein gutes Zeichen für alle, die sich gute Perspektiven für regionale, möglichst biologische und möglichst saisonale Lebensmittel wünschen. Denn das Internet spielt eine wichtige Rolle für moderne Direktvermarktungs-Strukturen. Die regionalen Biokisten nehmen Bestellungen über das Netz entgegen. Die „Marktschwärmer“ bringen hungrige Städter*innen und die aktuellen Angebote der Höfe in der Umgebung zusammen. Lokale Online-Marktplätze versuchen, die Innenstädte und regionale Erzeuger sowie Dienstleister zu stärken.
Die Kampagne „Essen ohne Amazon“ befürchtet, dass sie alle unter Druck geraten könnten, wenn Amazons Marktmacht sich bei Lebensmitteln wirklich entfaltet.

Die Kampagne „Essen ohne Amazon“ ruft nun zur Auseinandersetzung mit dem Onlineriesen auf: Sie kombiniert die Anstiftung zum eigenen konzernfreien Einkauf mit Forderungen an die Politik. Die Konzernmacht im Lebensmitteleinzelhandel und die der größten Internet-Konzerne muss beschränkt, regionale Direktvermarktung weiterentwickelt und dabei gefördert werden. Mit Aufklebern und Aktionen begleitet wird die Aktion „Weihnachten ohne Amazon“, folgen sollen Vorstellungen für die echten Alternativen bei der Lebensmittelbeschaffung auf Augenhöhe mit Bäuerinnen und Bauern. Mehr unter:

www.aktion-agrar.de/amazon
 

 

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