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Das printzip 3-2018 erscheint am 26. Februar 2018

 

AKTUELLES

Mo

29

Jan

2018

Peer Gynt statt Don Karlos

Nach dem Rücktritt von Dieter Wedel werden die Bad Hersfelder Festspiele 2018 mit „Peer Gynt“ eröffnet, „Das Karlos-Komplott“ wird nicht aufgeführt. Dies teilte der kommissarische Intendant der Festspiele Joern Hinkel heute auf einer Pressekonferenz in Bad Hersfeld mit.

 

 

„Dieter Wedel hat es geschrieben für eine Dieter-Wedel-Inszenierung. Aber ein Wedel ohne Wedel ist eigentlich nicht machbar“, so Hinkel über das Stück, dass Wedel nach der Vorlage von Friedrich Schiller neu bearbeitet hat. Außerdem hätte eine Aufführung nach den Ereignissen der letzten Wochen keine Chance, objektiv beurteilt zu werden. Die Schauspieler des Karlos-Komplottes, wie Andreas Schmidt-Schaller, würden aber bei den Festspielen bleiben. Es werde nun geschaut, welche Rolle sie in anderen Stücken übernehmen könnten.

 

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, Festspiel-Intendant Joern Hinkel und kaufmänische Leiterin  der Festspiele Andrea Jung auf der Pressekonferenz am 29. Januar 2018
Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling, Festspiel-Intendant Joern Hinkel und kaufmänische Leiterin der Festspiele Andrea Jung auf der Pressekonferenz am 29. Januar 2018

Gegenstück zum Karlos-Komplott

 

Man habe inhaltlich eher ein Gegenstück zum politischen „Don Karlos“ gesucht statt einer Kopie, erklärte Hinkel die Wahl. Das Stück von Henrik Ibsen sei zeitlos, sinnlich, von Phantasie und skurrilen Figuren überbordend. Ihn Ihm ginge  es um einen Lügner, bei dem alle wissen, dass er lügt, und um Realitätsflucht. Es „schreie“ nach der Stiftsruine als Kulisse. Er habe sich schon bevor er bei den Bad Hersfelder Festspielen war einmal Gedanken gemacht, wo man Peer Gynt am besten spielen könnte, und sei auf Bad Hersfeld gekommen, erzählte Hinkel. Bisher war es dort aber erst einmal, 1971, im Programm. Ein Regisseur werde noch gesucht, er selbst werde es nicht inszenieren. Außerdem, verriet Hinkel, habe ein Schauspieler aus dem Karlos-Ensemble sich bereit erklärt, die Titelrolle zu übernehmen, und er könne sich vorstellen, dass sich der neue Regisseur darüber freuen werde.

 

 

 

Tickets können zurückgegeben werden

 

Was passiert mit den Tickets, die bereits für das Karlos-Komplott gekauft worden? Andrea Jung, kaufmännische Leiterin der Festspiele, klärte auf: Ab 1. Februar gibt es für zehn Tage  die Möglichkeit, die Tickets für Don Karlos 1:1 gegen die selben Plätze bei Peer Gynt umzutauschen. Sie können aber auch gegen Karten für andere Stücke getauscht oder zurückgegeben werden. Ab dem 10. Februar startet der allgemeine Vorverkauf.

 

In den vergangenen Wochen sei es zu keinem Einbruch bei den Verkaufszahlen gekommen, die Hälfte der ca. 80.000 Tickets seien bereits verkauft, so Jung.

 

 

 

Weitere Stücke

 

Er freue sich, dass es gelungen sei, die Theaterversion von „Shakespeare in Love“ als deutsche Erstaufführung nach Bad Hersfeld zu holen, sagte Hinkel zu den weiteren Aufführungen der kommenden Festspielsaison. Der Regisseur werde demnächst bekannt gegeben. Wie geplant werden die Musicals „Hair“ und „Titanic“ zu sehen sein. Auch wird es wieder ein Stück im Schloss Eichhof sowie klassische und Pop-Konzerte geben.

 

Das Stück für Kinder wird diesmal in der Stiftsruine aufgeführt. Der Spielort Theaterzelt auf der Wiese ist aufgrund des Defizits der Festspiele gestrichen worden. Von Franziska Reichenbacher werde ein Stück eigens für den Ort geschrieben, das sich auch auf die Stiftsruine und die Festspiele beziehe. In den nächsten Wochen werde es ein Casting für Kinder und Jugendliche in Bad Hersfeld geben.

 

 

 

Vorwürfe gegen Wedel kein Thema

 

Zum Vorwürfen gegen Dieter Wedel, die mehrere Schauspielerinnen in den letzten Wochen vorgebracht haben und die bis zu Vergewaltigung reichen, äußerten sich die Teilnehmer der Pressekonferenz - Hinkel, Jung und Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling - nicht. „Sie können sich vorstellen, dass die letzten drei Wochen für alle im Team schwer und unfassbar waren. Und hier heute einfach zur Tagesordnung übergehen, ohne an Dieter Wedel zu denken, möchte ich nicht. Er hat es geschafft, die künstlerische Qualität der Festspiele zu steigern und das Theaterereignis in der Stiftsruine bundesweit als Marke zu etablieren“, sagte Hinkel. Ein Stellvertreter sei dafür da, dass er das Schiff weitersteuere. Er habe den Schritt auch mit Wedel beraten und sei von ihm dazu ermutigt worden.

 

Thomas Fehling dankte Dieter Wedel für seine Arbeit bei den Bad Hersfelder Festspielen. Die Ereignisse der vergangenen Zeit hätten ihn getroffen und traurig gemacht, sagte er. Den Ruf der Festspiele oder Der Stadt sehe er nicht beschädigt. Zum Ende der Saison werde ein neuer Intendant gesucht. Das könne Joern Hinkel sein.

 

Auf die Frage, wie groß der Schaden für die Festspiele durch das Aufhören von Dieter Wedel sei, antwortete Hinkel, alle Schauspieler hätten ihm gesagt, dass die Festspiele schon für sich selbst eine große Ausstrahlung und einen Namen in der Theaterlandschaft hätten.

 

 

Markus Weber

 

Mo

27

Nov

2017

Amazon auf dem Weg in den Kühlschrank?

Kampagne will Lebensmittel-Versand beim Start ausbremsen

Weithin sichtbar sind die Bad Hersfelder Amazon-Logistikzentren. Weit bekannt sind sie auch, nicht zuletzt durch Reportagen über die Arbeitsbedingungen beim Pakete-Zusammenstellen und Packen in der Vorweihnachtszeit. Immer wieder rufen die Gewerkschaften zum Streik auf. Im Lieblingsbuchladen um die Ecke ist auch niemand gut auf den Konzern zu sprechen, denn er hat viele Buchhandlungen auf dem Gewissen und schafft sich Vorteile durch Steuertricks, die der Gesellschaft und den Wettbewerbern schaden. Und Datenschützer schütteln die Köpfe darüber, wie viel Wissen der Online-Riese über seine Kund*innen anhäuft und auswertet.

Aber jetzt diskutieren auch Bäuerinnen und Bauern, der Frankfurter Ernährungsrat und Umweltaktive über das neueste Projekt Amazons. In Bad Hersfeld rufen sie am Dienstag, 5. Dezember, in Weihnachtsmannkostümen zur Aktion „Weihnachten ohne Amazon“ und zum Unterschreiben auf: Sie wollen „Amazon fresh“ schon in der Startphase stoppen.
Über diese neue Sparte Amazons kommen frische Lebensmittel direkt in die Haushalte – seit einem halben Jahr und bisher nur in Berlin, Potsdam, Hamburg und München. Vollmundig kündigte Konzernchef Jeff Bezos an, die Kühlschränke erobern zu wollen und das Einkaufen zu revolutionieren.

In den USA hat Amazon gerade eine große Bio-Lebensmittelkette übernommen. 13,7 Milliarden Dollar kostete „Whole Foods“ mit 440 Filialen in den USA. Innerhalb kürzester Zeit senkte Amazon die Preise in den Läden um 40 Prozent - das ist so viel, dass die Zulieferer um ihre Zukunft bangen müssen.
Amazon wendet sich mit seinem Frische-Angebot in Deutschland zunächst an zahlungskräftige Kund*innen. Wer dabei sein will, muss sowohl gebührenpflichtig Amazon Prime Kund*in sein als auch einen zusätzlichen Amazon fresh-Monatsbeitrag zahlen. Dafür wirbt der Konzern mit der größten Produktvielfalt des Lebenmittelhandels. Er hat Kooperationsverträge unter anderem mit den bisher regional orientierten Ketten Tegut und Feneberg als auch der Biokette Basic sowie konventionellen Händlern geschlossen. Einer der ersten Effekte: Essens-Retter aus Berlin berichteten, dass bei Basic seit dem Einstieg in das Amazon fresh-Konzept massiv mehr Lebensmittel weggeworfen werden.
Amazon hat die ausgefeilteste Online-Bestell-Software und Logistik und ist Meister der Kundenbindung. Bisher zeigen Erfahrungen aus anderen Branchen, wie es kleineren Partnern des Konzerns ergeht. Amazon macht sie austauschbar, konkurriert mit billigeren Produkten und mit Hilfe von Algorithmen zur Preisbildung und schraubte die Anforderungen stark in die Höhe. Amazon ist nämlich nicht nur ein mächtiges Handelsunternehmen, sondern auch Bereitsteller der Infastruktur, Betreiber virtueller Marktplätze.

Das ist kein gutes Zeichen für alle, die sich gute Perspektiven für regionale, möglichst biologische und möglichst saisonale Lebensmittel wünschen. Denn das Internet spielt eine wichtige Rolle für moderne Direktvermarktungs-Strukturen. Die regionalen Biokisten nehmen Bestellungen über das Netz entgegen. Die „Marktschwärmer“ bringen hungrige Städter*innen und die aktuellen Angebote der Höfe in der Umgebung zusammen. Lokale Online-Marktplätze versuchen, die Innenstädte und regionale Erzeuger sowie Dienstleister zu stärken.
Die Kampagne „Essen ohne Amazon“ befürchtet, dass sie alle unter Druck geraten könnten, wenn Amazons Marktmacht sich bei Lebensmitteln wirklich entfaltet.

Die Kampagne „Essen ohne Amazon“ ruft nun zur Auseinandersetzung mit dem Onlineriesen auf: Sie kombiniert die Anstiftung zum eigenen konzernfreien Einkauf mit Forderungen an die Politik. Die Konzernmacht im Lebensmitteleinzelhandel und die der größten Internet-Konzerne muss beschränkt, regionale Direktvermarktung weiterentwickelt und dabei gefördert werden. Mit Aufklebern und Aktionen begleitet wird die Aktion „Weihnachten ohne Amazon“, folgen sollen Vorstellungen für die echten Alternativen bei der Lebensmittelbeschaffung auf Augenhöhe mit Bäuerinnen und Bauern. Mehr unter:

www.aktion-agrar.de/amazon
 

 

Essen ohne Amazon
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Do

17

Aug

2017

Der Sonntag auf dem Open Flair 2017

Eindrücke vom Open Flair Festival am Sonntag, 13. August 2017

Rise Against

Der umjubelte Abschluss des diesjährigen Festivals

 Das Publikum vor der HR3-Bühne beim Auftritt von Rise Against
Das Publikum vor der HR3-Bühne beim Auftritt von Rise Against
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Di

15

Aug

2017

Der Samstag beim Open Flair 2017

Billy Talent

 

Ein riesiger Andrang herrschte am Samstag, 12. August 2017 auf dem Open Flair Festival, als am Abend Billy Talent auftraten.

Liedfett

Liedfett sorgten wie schon letztes Jahr beim Publikum auf der Freibühne für Stimmung.

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Di

15

Aug

2017

Broilers und Radio Havanna beim Open Flair 2017

Broilers

Nach dem Auftritt von Alligatoah heizten am Freitag, 11. August 2017 beim Open Flair-Festival die Broilers auf der HR-Bühne trotz Regenwetters gewaltig ein.

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in36.de

 

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