Das tapfere Schneiderlein: Erste Probenbilder von den Festspielen 2017

Das tapfere Schneiderlein soll angeblich ein Bad Hersfelder sein. Sicher ist: Ab 13. Juni wird es als erstes Stück bei den diesjährigen Bad Hersfelder Festspielen zu sehen sein, und das in einem neuen Theaterzelt. Am Mittwoch, 31. Mai, bekam die Presse die Gelegenheit für erste Bilder des Ensembles und einen Einblick in die Proben.

 

Seit zwei Wochen laufen die Proben, weitere zwei Wochen werden sie noch dauern. Die Fotos zeigen die Schauspieler*innen in Probenkostümen, diese können eventuell noch etwas verändert werden.

 

 

Angeblich handele es sich um ein Bad Hersfelder Märchen, so Franziska Reichenbacher, die nach "Die goldene Gans" im letzten Jahr erneut ein Grimm-Märchen inszeniert hat. Wissenschaftlich belegen ließe sich dies aber nicht. Zumindest kannten die Grimms Bad Hersfeld und dort gab es damals eine große Weber- und Tuchmacherei-Szene. Aber Märchen hätten immer auch eine allgemeingültige Ebene und seien daher übertagbar, erklärte Reichenbacher.

Das ursprünglich ziemlich „rustikale“, vielleicht auch etwas brutale Märchen hat sie in ihrer Version verändert. Das Grimmsche Schneiderlein war ein echter Angeber und Aufschneider. Das wurde nun umgedreht. In der Hersfelder Inszenierung reagieren die Leute auf das Schneiderlein (Sasha Bornemann, im Vorjahr als Dummling in „Die goldene Gans“ zu sehen) anders, weil sie eine andere Vorstellung von ihm haben als früher. „Sieben auf einen Streich“ ist auch ganz beeindruckend, wenn man denkt, es handle sich um besiegte Soldaten anstatt, wie es tatsächlich ist, Fliegen. Und das Schneiderlein selbst erlebt eine Verwandlung dadurch, dass es anders gesehen wird. Es steigt sogar zum Ratgeber des jungen Königs (Yorik Tortochaux) auf. Man darf gespannt sein.
Aus den Riesen bei Grimm sind ein starker Mann (Roland Schregelmann) und zwei „Riesen“ im Kabinett des Königs geworden, die Finanzministerin Ursula von Laschet (Elisabeth Degen) und der General Knieper (Andrés Mendez). Außerdem werden Sarah Elena Timpe als Prinzessin, Neele Pettig (konnte bei diesem Termin nicht dabei sein) als Ellie, die Freundin des Schneiderleins, und Marcel Bartsch in gleich drei Nebenrollen zu sehen sein.

Aufgeführt wird das Stück im Theaterzelt auf der Wiese vor der Stiftsruine. Dieses ist größer als im vergangenen Jahr und hat sich vor allem innen verändert: Wie ein Zirkuszelt wirkt es, mit einer Tribüne für die Zuschauer. Im Bühnennereich ist neben einer Schneiderwerkstatt ein Bereich als Wald vorgesehen. Holzstreben des Zeltes werden dabei in der Phantasie der kleinen und großen Zuschauer zu Bäumen. Am schönsten sei das Theater, das in der Vorstellung wirke, meinte Reichenbacher. Für das Stück wurde auch eigene Musik komponiert.

„Das tapfere Schneiderlein“ ist für Kinder ab 5 Jahren geeignet. Es wird vor und auch während der Schulferien aufgeführt, vom 13. Juni bis zum 8. Juli. Der Eintritt beträgt 10 Euro, Tickets gibt es unter  06621 / 640200. Weitere Infos auf den Seiten der Bad Hersfelder Festspiele

 

Mehr über das Stück wird auch im nächsten printzip-Magazin zu finden sein. Es erscheint am 29. Juni.

Markus Weber

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