Fr

26

Aug

2016

Kommentar zum Café Panama in Fulda

U.a. um die Zukunft des Café Panamas in Langebrückenstraße 14 geht es in der am Dienstag erscheinenden September-Ausgabe des Monatsmagazins printzip. Hier schon mal vorab ein Kommentar aus dieser Ausgabe:

 

Wenn sich Investoren ein „Filetstückchen“ sichern, dann haben sie sich ohne Zweifel auch Gedanken darüber gemacht, was sie mit dem Gelände anstellen wollen. Wohnraum zum Mieten soll entstehen. Ob da ein soziokulturelles Leben im direkten Umfeld als Vor- oder Nachteil bewertet wird, bietet Stoff für Spekulationen, ist aber sicherlich längst entschieden. Wenn die Investoren - wie sie verkünden - den in der Fuldaer Langebrückenstraße 14 ansässigen Projekten und Initiativen wohlgesonnen gegenüberstehen, haben sie eventuell deren Vorzüge, in Kombination mit bezahlbarem Wohnraum zum Beispiel für Studierende, einkalkuliert. Dennoch bleibt die Angst bei den betroffenen aktuellen Nutzer*innen, schwer einschätzbare Investoren könnten, auch dann, wenn sie in Fulda verwurzelt sind und nicht als „Heuschrecken“ daher kommen, lediglich ökonomische Interessen im Kopf haben. Höherpreisig vermietbarer Wohnraum könnte mit Konzerten und buntem Hofgetrubel in der unmittelbaren Nähe als unvereinbar empfunden werden. Wie gesagt, Stoff für Spekulationen. Vielleicht - so mutmaßen Einzelne - besteht ja seitens der Investoren auch die Hoffnung, die Stadt Fulda als Unterstützer mit ins Boot zu holen und mit Geld aus öffentlicher Hand die Liegenschaft weiterzuentwickeln. Wenn das Kalkül der Investoren in Richtung Stadt - wie oben beschrieben - besteht, ist die Stadt Fulda in der Pflicht. Dies gilt aber auch dann, wenn letztlich die „unterstützenswerten“ Initiativen wegen bloßer Kapitalinteressen der neuen Eigentümer das Weite suchen müssen.

Die Betroffenen fühlen sich verständlicherweise ausgeliefert und reagieren mit Argwohn. Doch führt dieser nicht zur Betäubung, sondern sogar zu einem gestärkten Selbstverständnis. Die Betroffenen haben sich zu einer Bürger*innen-Initiative „BI Langebrückenstraße 14“ zusammengeschlossen. Zudem hat die BI Langebrückenstraße 14 genau den richtigen Adressaten für ihren offenen Brief gewählt. In der Tat besteht für jede Kommune eine Verpflichtung gegenüber engagierten Bürger*innen, bestehende Freiräume für deren Engagement zu erhalten, zu fördern und weiterzuentwickeln. Dies gilt insbesondere dann, wenn es - wie im vorliegenden Fall - ein derart breites und über Jahrzehnte gewachsenes Initiativenleben zu schützen gilt.

Die Stadt Fulda kann sich der vorgetragenen Argumentation der BI nicht entziehen und sollte sich nicht mit dem breit aufgestellten Bündnis anlegen. Verzweiflung macht stark. Schon jetzt ist eine Lawine an Unterstützung absehbar. Wer sich versucht, dieser in den Weg zu stellen, könnte imagemäßig mächtigen Schaden erleiden. Für die Initiativen ist die Gesamtsituation so gesehen auch eine Chance. Sie können gestärkt aus dem nun angestoßenen Prozess hervorgehen. Zusätzliche Kräfte können frei gesetzt, neue Ideen geboren werden. Letztlich ist bei aller Bedrohlichkeit der Situation das Ganze auch eine einmalige Gelegenheit, das soziokulturelle Leben der Stadt Fulda deutlich sichtbar zu machen, zu stärken und weiterzuentwickeln.

 

Autor: Timo Schadt

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Do

25

Aug

2016

Offener Brief der Bürgerinitiative Langebrückenstraße 14

OFFENER BRIEF
An den Magistrat der Stadt Fulda
Herrn Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld
Herrn Bürgermeister Wehner

Zum Verkauf des Geländes Langebrückenstraße 14, Fulda

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld,
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Wehner,

wir appellieren an Sie persönlich und den Magistrat der Stadt Fulda, unser nachfolgendes Anliegen wirkungsvoll zu unterstützen.

Auch in unserem gesellschaftlichen als auch kommunalpolitischen Verständnis steht die Lebensqualität der Menschen im Vordergrund.
Bürgerliches Engagement mit der Absicht, diese Lebensqualität zu erhöhen, zu ermöglichen, ist ohne Zweifel Ziel aller politischen Akteure in Fulda.
Neben Absichtserklärungen und wohlwollend gemeinten Sympathiebekundungen sind konkrete Zusagen und Handlungen erforderlich.

Ein solcher Zeitpunkt ist nun gekommen. Wir möchten Sie bitten, uns einen zeitnahen Terminvorschlag zu unterbreiten, um gemeinsam mit Ihnen Lösungswege für die akute Bedrohungssituation durch die Kündigung des Standortes Langebrückenstraße 14 zu erarbeiten.

Betroffen sind 20 Initiativen, Projekte und Vereine, die zurzeit auf dem Gelände ansässig sind. Damit ist ein großes, gewachsenes Initiativen- und Subkulturleben in Fulda gefährdet, das sich über den Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten mit Unterstützung des AWO-Jugendwerkes etabliert hat.
Mit der Kündigung des bisherigen Mietverhältnisses zum Februar 2017 entsteht ein Druckfaktor, welcher nicht nur uns – die in der Langebrückenstraße 14
ansässigen Initiativen - sondern ein breites, bürgerliches Engagement in der Stadt Fulda betrifft.

Wir haben uns als Bürger*innen-Initiative L14 (BI L14) entschlossen, zu handeln. Die aktuellen Ereignisse lassen erwarten, dass eine Entwicklung des Geländes
hin zum Wohnraum die sozio-kulturelle Nutzung nicht nur beschränkt, sondern schließlich unmöglich werden lässt.
Durch den Verkauf des Geländes ist das gesamte L14 durch andere, noch nicht absehbare Nutzungsabsichten in Frage gestellt.

Das Café Panama des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt bietet eine bislang so noch nie in Fulda dagewesene Bündelung verschiedener soziokultureller Angebote in einem zusammenhängenden Gebäudekomplex. Hier gelingt es bisher, kulturelle Unterhaltung und soziales Engagement, ökologisch, nachhaltige Projekte, freie Kunst und Kunsthandwerk miteinander zu verbinden.

Viele Gruppen, Initiativen, Vereine, aber auch Einzelpersonen, die sich gegenseitig in ihren Zielen unterstützen, machen das Areal in der L14 zu dem,
was es ist – einen liebenswerten Ort, an dem es sich lohnt, sich zu engagieren und den viele Menschen gerne besuchen. Knapp 18.000 Nutzer, über 250 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie ehrenamtliche Organisatorinnen und Organisatoren verwirklichen jährlich etwa 500 Termine / Angebote, unter anderem kulturelle Veranstaltungen, regelmäßige Öffnungszeiten der Angebote, Workshops und Sitzungen unterschiedlichster Art, in der Langebrückenstraße 14. Inzwischen nimmt auch die Integration von Geflüchteten an diesem Ort zunehmenden Raum ein. Rückschritte kann sich da niemand erlauben.

Durch kreative Impulse wurde unbürokratisch Freiraum für individuelle Mitgestaltung geschaffen, der zunehmend von Menschen angenommen wird und in konkreten Projekten Umsetzung findet. Es gibt dabei keine starren Strukturen, sondern sich stetig wandelnde Prozesse.

Vor allem konnten und können sich viele junge Menschen ausprobieren und verwirklichen. Dabei werden alle in gruppendynamische Prozesse eingebunden.
Ehrenamtlich tätige Menschen gestalten den Raum mit und sind Teil der Entscheidungen. Sie tragen somit auch Verantwortung. Bei den durchgängig
nicht profitorientierten Angeboten steht die Einbindung Interessierter im Vordergrund, das heißt, es handelt sich nicht um klassische, zu konsumierende Kultur. Dies motiviert Menschen, ermutigt zu Eigeninitiative, schafft Synergien und stärkt ehrenamtliches Engagement in ganz Fulda.

Das sonstige Angebot in der Stadt erreicht aufgrund ihrer Ausrichtung oder Kosten nicht alle Bürger. Die Angebote im Café Panama füllen einen nennenswerten Teil dieser Lücken und erweitern das Angebot spürbar. Dabei stehen wir nicht in Konkurrenz zu öffentlichen und kirchlichen Trägern, anderweitigen Sozialeinrichtungen und auch nicht zu kommerziellen Anbietern. Um die Stadt für junge Menschen attraktiv zu halten, ist ein „szenetypisches“ Angebot unumgänglich. Nur so verbleiben zum Beispiel Studierende länger in Fulda, werden hier vielleicht sogar sesshaft und bringen sich dauerhaft ins städtische Leben ein. Anderen jungen Fuldaern wird ein höherer Anreiz geboten, in der Stadt zu bleiben und sie nicht frühzeitig zu verlassen.

Unser kulturelles Engagement erwirtschaftet keinen materiellen Gewinn. Unser Kapital, das die vielen anderen Gruppen und Initiativen hier miteinander verbindet,
ist unser Idealismus, unsere Kreativität und unsere sich ergänzende Vielfalt. Unser Engagement schafft Lebensgefühl und dieses schafft eine Willkommens-
und Begegnungskultur. Subkultur schafft kulturelle Werte, sie ist ein wesentliches Kennzeichen bedeutender Städte.

Wir möchten Sie persönlich und die Stadt Fulda als Institution nachdrücklich auffordern, den Fortbestand der im Café Panama ansässigen Initiativen auch in Zukunft an diesem Standort in Fulda zu sichern. Für die Fortsetzung unseres vielfältigen Engagements muss den hier ansässigen und weiteren Gruppen und Projekten Raum zur Verfügung stehen. Dieser sollte möglichst gebündelt an diesem Standort verbleiben, um die langjährig gewachsene, aktive Vernetzung und Synergien fortzusetzen, die ein Ort wie die Langebrückenstraße 14 aktuell ermöglicht.

Anbei erhalten Sie die ersten rund 600 Unterstützungsunterschriften für einen Fortbestand der Langebrückenstraße 14.

Mit freundlichen Grüßen
Bürger*innen-Initiative L14
i.A.
Stefanie Krecek, Verena Schulenberg

Initiativen, Gruppen, Nutzer, Vereine und Projekte, die aktuell auf dem Gelände der Langebrückenstraße 14 Platz finden:


Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft „Gelbe Rübe"
Foodsharing, Bezirk Fulda e.V
Förderverein Kultur und Umweltbildung e.V.
Greenpeace Fulda
„HoerMahl“ Kost und Konzert
Impro-Theater und Liverollenspielgruppe
Jugendehrenamtsbüro
Förderverein für Kultur, Ökologie & Kommunikation, KÖK e.V.
Kino 35, Kultur- und Kinoinitiative Fulda
Kleidertauschladen
Nähwerkstatt „Nähbar“
Reparatur Café Erneuer:Bar
Siebdruckwerkstatt
KüFA -Solidarische Küche für alle
Trommelgruppe „Djembe“
YouRoPa e.V./ Vereinsheim „Underground“ und „Handmade Weihnachtsmarkt“
Zirkus- und Artistik Gruppe
Panama Konzertgruppe
Ateliergemeinschaft
Welcome in

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Mo

15

Aug

2016

Open Flair 2016

Über 20.000 Besucher*innen kamen dieses Jahr wieder zum Open Flair-Festival in Eschwege. War es an den ersten noch teilweise regnerisch, war am Samstag und Sonntag perfektes Festival-Wetter. Laut Polizeiangaben ist das Festival auch ohne Zwischenfälle verlaufen.

Und so war auf dem Open Flair wieder einiges zu erleben: Die Fantastischen Vier zeigten, dass sie noch nicht ins Hip-Hop-Altersheim gehören. The Hives unterbrachen einen Song, da es einem Fan schlecht ging und wiesen die Securitys an, ihr Wasser zu geben. Jennifer Rostock zeigte Verantwortungsbewusstsein, da sie keinen Alkohol an Minderjährige ausgibt.

Karten für das nächste Jahr gibt es bereits jetzt unter www.open-flair.de

Limp Bizkit

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Mi

03

Aug

2016

Laurel & Hardy

Das Bühnenstück "Laurel & Hardy" ist in erster Linie etwas für Fans des Komiker-Duos. Andere Zuschauer werden vor allem von der schauspielerischen Leistung beeindruckt sein.

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Do

28

Jul

2016

Identitäre Bewegung zwischen AfD & TagX

Dem printzip wurden von einem Aussteiger aus der Identitären Bewegung Fulda (IB) denkwürdige Papiere vorgelegt, welche die Redaktion dazu veranlassten, sich intensiver mit dieser Gruppierung zu befassen. Diese internen Papiere von 2015 werden im Folgenden im Wortlaut zitiert. Die Quelle kann – um die betreffende Person zu schützen – nicht benannt werden, ist der Redaktion aber bekannt.

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Umgang mit der AfD:

Wachsamkeit statt Ignoranz!

 

 

Das Bündnis „bunt statt braun“ Hersfeld-Rotenburg sieht in der AfD eine demokratiefeindliche Gruppierung und verlangt spätestens nach den erschreckenden Wahlergebnissen, sich ihr mit allen demokratischen Mitteln entgegenzustellen. Der Sprecher des Bündnisse Timo Schadt formuliert in einer Pressemitteilung: "Wer die rechten Tendenzen innerhalb der AfD ignoriert, verschließt die Augen vor der Realität. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg offenbart sich, wie sich die AfD hinter ihrer bürgerlichen Fassade aufgestellt ist."

 

 

Fischen am rechten Rand und gezielter Tabubruch

 

Die AfD, so das Bündnis, spiele die Klaviatur des Populismus, habe mit Ressentiments die politische Bühne erobert und es verstanden, das Thema Geflüchtete für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie fische auf diese Weise ganz bewusst am trüben rechten Rand.

 

So schüre sie Ängste und Vorbehalte gegenüber Geflüchteten, verbündeten sich mit der islam- und fremdenfeindlichen PEGIDA und erkläre somit Angst zum politischen Inhalt und Angstmacherei zur legitimen Kommunikationsform. "Gegen alles Fremde hetzen, gezielt mit Pauschalisierungen und Legenden arbeiten und einfache Antworten auf komplexe Sachverhalte geben, all das prägt die offiziellen Aussagen der Parteioberen", so Frank-Nico Jaeger, Pfarrer der Evangelischen Stadt- und Johanneskirchengemeinde Bad Hersfeld und Mitglied des Bündnisses.

 

Die AfD suche stets den öffentlichen Tabubruch und fordere schon mal den Schießbefehl an der Grenze, lasse rassistische Äußerungen von Funktionären zu und diffamiere anschießend die Presse, wenn diese kritisch darüber berichtet. Den Landesverband Saarland musste der Bundesvorstand der AfD mittlerweile auflösen, weil die Parteispitze dort zu enge Kontakte zur NPD unterhielt. In Hessen und Thüringen hat die NPD, eine Partei, die aufgrund ihrer verfassungsfeindlichen Ausrichtung mit einem Verbot zu rechnen muss, der AfD eine breite Kooperation angeboten.

 

 

Radikalisierung auch in Hersfeld-Rotenburg

 

„Man kann in der AfD einen Radikalisierungsschub beobachten,“ so Timo Schadt weiter. Der zeige sich nicht nur in den rassistischen und menschenverachtenden Aussagen des AfD-Vorsitzenden in Thüringen, Björn Höcke, wenn er gegen die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes wettere und vom „1.000-jährigen Reich“ schwadroniere.

 

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg hat Bernd Ebhardt aus Alheim, Kandidat der AfD für den Kreistag im Internet widerliche Bilder veröffentlicht und über Angela Merkel geschrieben, man müsse "dieses Weib hängen". Ein anderer Kreistagskandidat der AfD, Axel von Baumbach, hat sich von dubiosen Zirkeln, die die Bundesrepublik Deutschland schlechthin als nicht-rechtmäßigen Staat diffamieren, zum „Reichsinnenminister“ ausrufen lassen. Frank-Nico Jaeger meint: „Wer solche Kandidaten aufstellt, der geht den Weg der Ignoranz und ist blind für diese neue Gefahr von rechts“.

 

 

 

"bunt statt braun" HEF-ROT ist ein Bündnis von Menschen und Organisationen im Landkreis Bad Hersfeld-Rotenburg für Toleranz und Vielfalt, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Dem parteiübergreifenden Bündnis gehören auch Vereine, Projekte, Gewerkschaften, Kirchen und Privatpersonen an. Weitere Informationen: http://www.buntstattbraun-hef-rof.de

 

 

Das printzip nun noch mehr online

Der Wolf kommt

Früher war der Wolf in ganz Europa verbreitet, wurde dann jedoch durch menschliche Verfolgung ausgerottet oder auf wenige, isolierte Vorkommen zurückgedrängt. Gründe waren die zunehmende Nutztierhaltung des Menschen und seine Rolle als Beutekonkurrent.


In den letzten Jahrzehnten erfolgte jedoch ein Umdenken und der Wolf wurde in einigen europäischen Ländern unter Schutz gestellt. Seit 1992 stehen Wölfe EU-weit als prioritäre FFH*-Art unter Schutz. Der Wolf ist in Hessen willkommen. In vielen Umfragen und Untersuchungen über mehrere Jahre hinweg hat sich der bundesweite Trend gefestigt: Rund drei Viertel der Bevölkerung finden es gut, dass es wieder Wölfe in Deutschland gibt.


Die Chance, einen Wolf zu Gesicht zu bekommen, ist äußerst gering. Viele angeblich einem Wolf zugeschriebene Ereignisse und Sichtungen stellen sich als Fehlmeldungen heraus. Es ist deshalb wichtig, das künftige Zusammenleben von Wölfen und Menschen auch in Hessen vorzubereiten.


Mit den Wildbiologischen Wochen zum Thema Wolf möchten das Umweltzentrum Fulda und das Forstamt Hofbieber sachliche Informationen in die Region tragen und damit eine Grundlage zur weiteren Verbreitung des Wolfes bei uns schaffen. Unterstützt wird die Veranstaltungswoche vom Naturschutzbund Kreisverband Fulda, von der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Kreis Fulda.      

    

Veranstaltungen im Rahmen der 23. Fuldaer Wildbiologischen Wochen

 

Ausstellung „Willkommen Wolf“

Montag, 11. April 2016,
bis Freitag, 6. Mai 2016
NABU-Bundesverband
Geöffnet Montag bis Freitag
Zeiten: 13.00 bis 16.00 Uhr
Gruppen außerhalb dieser Zeiten
nach Anmeldung.
Ort: Umweltzentrum Fulda

Angebot für Schulklassen:

Zum Thema Wolf wird ein Workshop für Schulklassen angeboten (2 – 3 Zeitstunden). Nachfragen und Anmeldungen bitte an das Umweltzentrum Fulda.
Buchungen bitte bis zum 28.3.2016

Veranstaltungen:

Informationsabende:
Wie verhalten sich Wölfe? 
Was heißt das für ein Leben
in Nachbarschaft mit dem Wolf?
Montag, 18. April 2016, 19.00 Uhr
Ort: 36145 Hofbieber, Biebertalschule
Mittwoch, 20. April 2016, 19.00 Uhr
Ort: 36129 Gersfeld, Schulviertel
Donnerstag, 21. April 2016, 19.00 Uhr,
Ort: 36115 Hilders, Ulstertalschule
Stielerstrasse 1-5
Referenten: Bernd Mordziol-Stelzer (Forstamt Hofbieber), Holger Jost (Umweltzentrum Fulda e.V.), Julia Djabalameli (Spiegelshof, Ehrenberg)

Mittwoch, 27. April, 15.00 – 17.30 Uhr
Artenschutz im Unterricht
am Beispiel Wolf
Lehrer*innenfortbildung (unter Hinzuziehung von Artenschutzmaterial des WWF)
Anmeldung: Im Umweltzentrum Fulda bis zum 22.4.2016
Leitung: Holger Jost
(Umweltzentrum Fulda e.V.)

Freitag, 29. April 2016, 19.00 Uhr
Vortrag mit Film zum Thema:
„15 Jahre Erfahrungen im Zusammenleben mit den Wölfen in Sachsen“
Sebastian Körner, (Lupovision natur film produktion, Spreewitz) begleitet im Wildbiologischen Büro LUPUS zusammen mit Ilka Reinhardt und Gesa Kluth die natürliche Rückkehr der Wölfe, im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft sowie mit Unterstützung der Bundesforstverwaltung und des Internationalen Tierschutzfonds IFAW, fachlich und wissenschaftlich. Biologe und Tierfilmer Sebastian Körner führt schwerpunktmäßig das Monitoring in Sachsen-Anhalt und im Süden Brandenburgs durch. Seine Filmaufnahmen dienen der Dokumentation. Außerdem dreht er eine Filmdokumentation über die Wölfe in der Lausitz im Auftrag des NDR. Sebastian Körner zeigt Filmaufnahmen und steht für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.
Ort: VHS-Kanzlerpalais Fulda
Der Eintritt ist kostenfrei.

Dienstag, 3. Mai 2016, 19.00 Uhr
Wölfe in Hessen und die Arbeit der NABU-Landesarbeitsgruppe Wolf
Vortrag und Diskussion
Referenten: Maren Nowak / Michael Röth (NABU-LAG Wolf)
Ort: Umweltzentrum Fulda

 

Anmeldung & weitere Infos:
Umweltzentrum und Gartenkultur Fulda e.V.
Johannisstraße 44, 36041 Fulda,
Telefon:  0661 - 970 97 90, 
Email:  kontakt@umweltzentrum-fulda.de,   Homepage: http://www.umweltzentrum-fulda.de

                                   

Foto: M. Bathen/ Willkommen Wolf! Das Wolfsprojekt des NABU

Will die CDU mit der AfD?


Die AfD wird von einigen als möglicher Koalitionspartner der CDU gehandelt. Vereinzelt gibt es christdemokratische Stimmen, die sich für den Dialog mit den Rechtpopulisten aussprechen.

 

Die osthessische CDU will allerdings von derartigen Fragestellungen Abstand nehmen. Dr. Walter Arnold, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Fulda, äußerte einige Tage nach der hessischen Kommunalwahl gegenüber dem Monatsmagazin printzip: „Für solche Gespräche stehen wir nicht zur Verfügung.“ Timo Lübeck, der Kreisvorsitzende der CDU Hersfeld-Rotenburg schloss sich ihm an: „Die AfD in Hersfeld-Rotenburg ist ohne kommunalpolitisches Programm angetreten und hat ausschließlich auf bundespolitischen Protest gesetzt. Vor diesem Hintergrund sehe ich keine Grundlage für eine inhaltliche Zusammenarbeit im Kreistag.“ Er begegnet der AfD mit deutlicher Distanz und formuliert: „Uns geht es darum, mit Landrat Dr. Michael Koch den Landkreis weiter erfolgreich voranzubringen. Was die AfD vor Ort bewegen will, wissen wir bislang nicht.“

 

Einer, der über die Liste der AfD in den Kreitstag Hersfeld-Rotenburg gewählt wurde ist Axel von Baumbach. Wie die Frankurter Rundschau am 4. März berichtete war der Kirchheimer 2012 zum „Innenminister des Deutschen Reichs“ einer kommissarischen Reichsregierung ernannt worden. Die Anhänger der sogenannten „Reichsbürgerbewegung“ erkennen die Bundesrepublik nicht an, sondern gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 noch exisiere. Von Baumbach und Bernd Ebhardt, ein anderes über die AfD-Liste gewähltes Kreistagsmitglied, der über Angela Merkel veröffentlichte, man müsse „dieses Weib hängen“ haben inzwischen - wenn auch unter Protest - auf ihre Kreistagsmandate verzichtet.

 

Timo Lübeck und Dr. Walter Arnold hatten also vollkommen zu recht schon vor der Wahl Bündnisse mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Dr. Arnold erklärte gegenüber dem printzip: „Wir haben unser Wahlziel nicht erreicht. Das ist bitter. Wenn Sie so wollen eine Niederlage.“ Er will in den nächsten Wochen im Kreis der Partei und Fraktion über Konstellationen sprechen, ist sich aber sicher: „Wer sich mit Leuten zusammentut, die sich für Schießbefehle aussprechen, kommt für uns nicht als Partner in Frage.“ Und sein Vorsatz für die parlamentarische Arbeit ist: „Wir wollen dem Spuk in dieser Legislaturperiode ein Ende setzen."

 

Text & Foto: Timo Schadt / Auszug aus "Phantomschmerzen - Die AfD nach den Wahlen", printzip 4-2016

Taten-Bank für Osthessen

Aktuelle Infos aus selbstorganisierten Initiativen für Geflüchtete, gegen Rechts, für Kultur und Umwelt in Osthessen bietet ein monatlich erscheinender Projekte-Newsletter. Er gibt interessierten Menschen Einblick in das Netzwerk aus zahlreichen Projekten in der Region und lädt zum Mitmachen ein.

 

Dahinter steht der gemeinnützige Förderverein Kultur & Umweltbildung e.V. Er ist unter anderem Trägerverein der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft Gelbe Rübe, von MenschenMitMenschen und den Zeppelingärten sowie der Herausgeber des Monatsmagazins printzip.


Der Newsletter ist zu abonnieren unter: http://www.taten-bank.de         

Seminarreihe für Ehrenamtliche

Professionelle Methoden lernen, um Handlungskompetenzen zu verbessern - diese Möglichkeit bietet der Stadtjugendring Bad Hersfeld in seiner Seminarreihe „Neuer Wind für Vereinsarbeit“ ehrenamtlich Engagierten. Wie lässt sich Öffentlichkeitsarbeit moderner und zielgerichteter gestalten? Wie können wir eine offene und gewinnbringende Kommunikation strukturieren? Welche kommunalen Institutionen gibt es und wo können sie weiterhelfen? Wie sieht die Vereinsarbeit von morgen aus?

 

Diese Fragen werden in der Seminarreihe beantwortet. Bei den einzelnen Veranstaltungen soll es aber nicht nur um Theorievermittlung gehen, es soll auch der Austausch über regionale Problemstellungen und praxisbezogene Übungen nicht zu kurz kommen. Es geht um die Realisierung von Projekten, die für eine erfolgreiche Vereinsarbeit hilfreich sind.

 

Den Anfang macht am 23. April printzip-Verleger Timo Schadt mit einem Seminar zur Medien- und Öffentlichkeitsarbeit für Ehrenamtliche. Am 11. Juni stellt Tabea Heipel kommunale Verwaltung und Strukturen vor. Am 3. September geht es um Kommunikationstraining und Kommunikationsmanagement, Referentin ist Astrd Böttger. Am 12. November zeigt Martin Lüer Möglichkeiten einer integrierenden und realisierenden Vereinsarbeit auf.


Die Seminare finden jeweils um 10 Uhr im Buchcafé Bad Hersfeld statt. Informationen und Anmeldung unter http://www.sjr-bad-hersfeld.de und unter 06622.506002                                                              

AfD Friedensdemo?

Am 6. März wird in den hessischen Kommunen gewählt. Der Wahlkampf hat begonnen. Einige haben sich vorgenommen, dabei das Thema „Geflüchtete“ auszusparen, oder zumindest nicht heiß zu kochen. Andere gießen mehr oder minder bewusst Öl ins Feuer, denn die Volkesstimmung ist gerade ordentlich aufgeheizt. Manch ein regionaler Bürgermeistermeister schien sich dazu berufen zu fühlen, via Facebook eigene Einschätzungen abzugeben (mehr dazu im Februar-printzip).

Nicht nur in diesem „sozialen“ Netzwerk sind Wortmeldungen zu finden, ebenso an der Gebäudefassade der SPD-Geschäftsstelle in Bad Hersfeld. Die Schmiererei befand sich in der Festspielstadt an der Wand, parallel zum Hessengipfel der Genossen in Friedewald.

Die AfD nahm die SPD-Veranstaltung zum Anlass für ihren Wahlkampf-Auftakt. Sie lockte nicht die angekündigten 200 aber neben einigen wenigen neugierigen Bewohnern auch ein paar dutzend Auswärtige zu Kundgebung und Demonstrationszug.

 

Doch warum lud die AfD ausgerechnet zu einer Friedens-Demo ein? Vielleicht der wenig gelunge Versuch eines Wortspielchens hinsichtlich dem Austragungsort Friedewald?

 

Die Rechtspopulisten kamen mit inhaltslosen Phrasen daher, indem sie in ihrer Ankündigung sowie auf vorbereiteten Schildern ausriefen „Friedenspolitik statt Kriegseinsätze“, „Schluss mit dem Kaltem Krieg“ und „keine Wirtschaftssanktionen gegen Russland“.

 

Die programmfreie Hetz-Partei blieb auch in der Rede ihres Kreisvorsitzenden Gerhard Schenk (rechts oben im Foto, rechts) wie gewohnt Antworten schuldig. Schenk der - wie er nicht hätte betonen müssen - seine erste Rede hielt, musste just als er startete einen Handyanruf abwehren und verzettelte sich im wortwörtlichsten Sinne. Etwas professioneller, aber keineswegs gehaltvoller fiel die Rede des Ex-CDU-Rechtsaußen Martin Hohmann (oben im Halbschatten) in Friedewald aus. Der einstige Bundestagsabgeordnete kandidiert nun auf Platz 1 für die AfD bei der Fuldaer Kreistagswahl. Hohmann wurde wegen einer antisemitischen Rede zum Tag der deutschen Einheit 2003 aus der CDU ausgeschlossen. Zuvor fiel er 1999 auf, als er einen Antrag im Bundestag stellte, der die Errichtung des Holocaustdenkmals verhindert sollte.

Wenn die AfD sich nun als friedensstiftend präsentiert und glaubt hierdurch Wähler abfischen zu können, ist dies daher mehr als zweifelhaft. Der AfD-Kreisvorsitzende Schenk langweilte mit Anekdötchen über seine Aufenthalte an Kriegsgedenkstätten und konnte mit auf Tränendrüsen abzielenden patriotischen Verknüpfungen die Anwesenden nur zu höflichem Applaus animieren.

 

Auf der Homepage der AfD Hersfeld-Rotenburg wird noch immer kein Kommunalwahlprogramm präsentiert. Stattdessen gibt es den Verweis auf die Bundespartei. Und hier ist lediglich und seit geraumer Zeit zu lesen: „Ein ausführliches Parteiprogramm wird im Lauf des Jahres unter Einbeziehung aller Mitglieder erarbeitet.“ Die AfD hat es seit ihrer Gründung 2013 nämlich nicht hinbekommen, ein eigenes Programm zu erarbeiten, geschweige denn demokratisch zu beschließen. Stattdessen zerlegt sie sich seither selbst und disqualifiziert sich durch NPD-nahe Aussagen ihrer Spitzenfunktionäre immer mehr.

 

Mit Sprüchen wie „Asyl-Chaos stoppen - Grenzen sichern“ und „Flüchtlinge vor Ort versorgen“, die Bestandteil des Demo-Aufrufs waren, will die AfD offensichtlich nun auch in Osthessen auf dem Rücken von Geflüchteten Stimmen fangen.

In 24 Stunden hat das Bündnis „bunt statt braun“ zu einer Gegenkundgebung in Friedewald mobilisiert. Rund 60 Personen versammelten sich trotz Schneefall unter dem Motto „Gemeinsam gegen Demagogen vom rechten Rand Flüchtlingen helfen - Rassismus stoppen!“ zu einer Mahnwache. Bunt statt braun ist ein im vergangenen Jahr gegründetes Bündnis aus Organisationen, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften sowie Einzelpersonen.                  

Weitere Informationen: www.buntstattbraun-hef-rof.de

 

Für Montag, den 18.1. lädt der DGB zusammen mit dem Förderverein Kultur und Umweltbildung für 19 Uhr ins Kulturzentrum Kreuz nach Fulda ein. Thema der Veranstaltung ist: "Wohin geht die AfD? - Von der Professorenpartei zur NPD-Light". Der Rechtsextremismus-Experte und Autor Volkmar Wölk wird zunächst einen Einführungsvortrag halten. Anschließend wird vom Podium aus der Umgang mit AfD und anderen Rechtsgruppierungen diskutiert. Für den CDU-Kreisverband Fulda wird Dr. Walter Arnold (MdL) teilnehmen, für die Linke die sächsische Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und für Bündnis 90/Die Grünen deren Fuldaer Kreisverbandssprecher Ralf Zwengel. Vertreten ist zudem die SPD-Bundetagsabgeordnete Birgit Kömpel.

 

Text & Fotos: Timo Schadt   Foto des SPD-Gebäudes: Thomas Giese

Praxis der Abfallvermeidung bei 

LEBENSMITTELN

Das Thema ist in aller Munde – das „corpus delicti“, also das, worüber gesprochen wird, allerdings nicht. Und das ist das Problem. Lebensmittel werden weggeschmissen – und immer mehr Medien berichten darüber. Jetzt hat das zuständige Bundesministerium sogar einen Preis für Projekte gegen die Lebensmittelverschwendung ausgerufen. Tafeln und Freiwillige klappern die Supermärkte, Bäckereien und manch Herstellerbetrieb ab, um die Reste zu sammeln und weiterzugeben. Was aber tun die Supermärkte? printzip hat bei den Unternehmen nachgefragt. Jörg Bergstedt hat die Antworten nachfolgend ausgewertet.

 

 

 

Aldi Süd bemüht sich „die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln stets so gering wie möglich zu halten“. Bei tegut zieht sich das Thema wie „ein roter Faden in unserer Kundenkommunikation“. Für Edeka ist es „ein wichtiges Anliegen“. Bei der zum Konzern gehörenden Netto-Kette sei der Anteil entsorgter Lebensmittel „marginal“. Die Rewe-Group „engagiert sich seit Jahrzehnten erfolgreich dafür, dass so wenig Lebensmittel wie möglich vernichtet werden müssen“. Auch Lidl ist „grundsätzlich bestrebt, das Entsorgen von Lebensmitteln zu vermeiden“, und „die Warenmenge, die entsorgt werden muss“, sei „sehr gering“. Hört sich gut an. Alle bekennen sich zu ökologischen Zielen und betonen den eigenen wirtschaftlichen Vorteil, den das Vermeiden von Müll bedeutet. Doch auf die konkreten Fragen von printzip wollte keiner der angeschriebenen Ladenketten antworten. Alle schickten einen allgemeinen Text zum Thema Lebensmittelverschwendung und verwiesen neben ihrer vermeintlich optimierten Logistik auf eine Kooperation mit den Tafeln. Das wird von Seiten der so belieferten Verteilinitiativen auch bestätigt. Doch die Debatte um die Lebensmittelverschwendung hat erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Tafeln gab es auch davor schon. Warum gibt es weiterhin größere Mengen weggeworfener Lebensmittel? Und was ist mit den Lebensmitteln, die - laut Schreiben von Rewe - „aufgrund ihrer Kühlpflichtigkeit“ nicht an die Tafeln gehen können?
Nur in zwei Antworten fanden sich Hinweise auf zusätzliche Aktivitäten.
Tegut gibt einige überschüssige Möhren an eine Safterei ab. Bananen werden „ab einem bestimmten Reifegrad an das St. Antoniusheim in Fulda, einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung. und der dazugehörigen Antonius-Gärtnerei geliefert, getrocknet und dann wieder bei Tegut… verkauft.“ Edeka hat Ende 2013 „verschiedene Artikel, die von der Norm abweichen, testweise in der Obst- und Gemüseabteilung einiger Märkte angeboten“. Immerhin – aber nur wenige Produkte von vielen. Warum sollte auch mehr passieren? Wenn Supermärkte glauben, sie könnten „größtenteils ausschließen, dass abgelaufene Ware übrig bleibt“ (Aussage Lidl), braucht es keine zusätzliche Müllvermeidungsstrategie.
Ich hege Zweifel.
Wir haben den großen Ladenketten sieben Fragen gestellt. Fünf davon haben alle nicht beantwortet, zu einer weiteren lieferten zwei Angaben, aber nur teilweise. Lediglich die Zusammenarbeit mit der Tafel erwähnten alle. Soll ich da glauben, dass alles in Ordnung ist und die fast täglichen Berichte über weggeworfene Lebensmittel und Menschen, die ganz oder teilweise vom Müll der Supermärkte leben, nicht stimmen?
Ich frage Dirk, der in Braunschweig lebt und heute in Hessen unterwegs war. Nach einer nächtlichen Containertour, von Rewe als „Risiko“ bezeichnet, hat er einen vollen Fahrradhänger zu seiner Unterkunft geschleppt. Edeka, Tegut, Rewe, Aldi und Lidl lagen auf der Tour. Nach zwei Stationen kehrte er um, weil mehr nicht in die große Wanne auf dem Hänger passte. Nun bin ich so schlau wie vorher.
Die öffentliche Debatte zeigt mit dem Finger auf alle, denn weggeworfen wird auf allen Stationen vom Saatgut bis in den Magen. Die einzigen Zeug*innen sind die nächtlichen Mülltaucher*innen.
Bei einem osthessischen Edeka-Markt konnte printzip selbst in die Mülltonne schauen. Die Momentaufnahme (siehe Fotos auf dieser Doppelseite) fiel recht positiv aus. Die Müllmengen waren überschaubar. Jens Fürstenberg kennt viele seiner Kund*innen. Ist das ein Geheimnis einer müllarmen und überhaupt umweltgerechteren Einkaufswelt? Große Supermärkte und Discounter arbeiten für einen weitgehend anonymen Markt. Ihre Logistik-Computer können berechnen, was in der vergangenen Woche gekauft wurde. Aber ob das auch für die nächste Woche gilt, ist schon fraglich, weil die Kund*innen sich ändern, Werbung und Moden wechseln. Zudem halten Märkte, Bäckereien und andere bis zum Ladenschluss meist das volle Spektrum an Waren vorrätig. Das Anspruchsdenken einer reichen Nation, die Lebensmittel aus aller Welt importiert und damit Hunger und Elend auslöst, zeigt hier Wirkung. Ob der anonyme, profitgetriebene Markt überhaupt in der Lage ist, umwelt- und menschenfreundliche Lösungen zu finden, darf bezweifelt werden. Bedürfnisorientierte Produktion wäre die Alternative. Kleine und dezentrale Verteilung kann das eher – z.B. über kleine Läden, Abokisten oder Marktstände. Deutlich im Vorteil aber dürften Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften wie die Gelbe Rübe in Fulda oder solidarische Landwirtschaften sein. Wer dort einkauft oder mitwirkt, braucht auch die Angaben der Werbeabteilungen nicht mehr lesen. Mensch sieht es selbst.
Die Supermärkte müssen sich fragen, ob ihre Textbausteine in die Landschaft passen. Ist ein zentraler Konzern mit Bedürfnisorientierung und regionaler Nachfrage vereinbar? Wie sähe das aus? Unsere siebte Frage, ob die Märkte mit uns über Lösungen diskutieren würden, gehört zu den unbeantworteten Fragen.

 

Fragen an die Lebensmittelketten:

 

 

Frage 1:

 

Gibt es in Ihrem Unternehmen Richtlinien oder andere Vorgaben für das Wegwerfen von Lebensmitteln?

 

 

 

Frage 2:

 

Welche Arten von Lebensmittel werden aus welchen Gründen und, falls bekannt, in welchen Mengen weggeworfen (z.B. MHD abgelaufen, abgeschlossene Werbekampagnen, Inventur ...)?

 

 

 

Frage 3:

 

Gibt es eine Abfalltrennung und was geschieht mit dem Inhalt der Müllbehälter, in die Sie Lebensmittel entsorgen?

 

 

 

Frage 4:

 

Geben Sie Lebensmittel, die Sie nicht mehr verkaufen können oder wollen, an andere weiter? Wenn ja: An wen (Organisationen wie Tafel/Lebensmittelretter, Mitarbeiter/innen ...) werden welche Lebensmittel weitergegeben?

 

 

 

Frage 5:

 

Wissen Sie, ob bzw. wie oft Menschen aus den Müllbehältern Ihres Unternehmens Lebensmittel heraus sammeln? Wie stehen Sie zu diesem sogenannten "Containern"? Gibt es dazu Anweisungen, wie mit solchen Menschen umzugehen ist und wie sieht die Praxis aus?

 

 

 

Frage 6:

 

Was kostet Sie das Wegwerfen von Lebensmitteln? Sinken oder steigen die Kosten, wenn Menschen Weggeworfenes aus den Müllbehältern entnehmen?

 

 

 

Frage 7:

 

Wären Sie bereit, an (zusätzlichen) Überlegungen mitzuwirken, die Menge weggeworfener Lebensmittel zu reduzieren - durch Veränderung organisatorischer Abläufe oder z.B. durch die (verbesserte) Weitergabe an Menschen, die diese Lebensmittel noch nutzen?

 

 

 

 

 

Die Antworten der Supermärkte:

 

 

TEGUT

 

Ich sende Ihnen einen zusammenhängenden Text, der Ihre Fragen beantwortet, damit die Zusammenhänge nicht auseinander gerissen werden. Denn tegut… ist es ein Anliegen, dass Lebensmittel Ihrer eigentlichen Bestimmung: Mittel zum Leben zugeführt werden und Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt wird.

 

 

 

Wir haben bereits früh angefangen zu diesem Thema offen und verständlich mit unseren Kunden in den Dialog zu gehen. Das Thema „taste the waste“ ist nicht erst seit 2011 und dem Film „taste the waste“ ein roter Faden in unserer Kundenkommunikation.

 

Wir sind bestrebt, durch optimierte Planung der Bestellmengen möglichst frische Ware zum Verkauf anzubieten und Probleme mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zu vermeiden. Um eine dem Kundenbedarf gerechte Menge an Waren im Markt präsentieren zu können, nutzen wir weitgehend das Hilfsmittel der automatischen Disposition. Die Bestellmengen richten sich dabei unter anderem nach Prognosewerten, Abverkaufsmengen und sogar dem Einfluss des Wetters. Auf diesem Weg soll ein Überbestand an Waren und somit abgelaufene MHDs vermieden werden.

 

Wo trotzdem die Gefahr besteht, dass das MHD abläuft, versuchen wir durch rechtzeitigen Sonderverkauf (Rabattaufkleber von 30%-50%) die Ware noch vor Ablauf des MHDs in den jeweiligen Sortimentsbereichen abzuverkaufen. Oder soweit dies nicht möglich ist, diese vor Ablauf an die Tafeln und Bahnhofsmissionen gemäß den gesetzlichen Vorgaben abzugeben. Über den Zeitpunkt entscheiden die Mitarbeitenden situativ vor Ort, abhängig von der Menge und der Zeit bis zum Ablauf des MHDs. Lebensmittel, die entsorgt werden müssen, werden bevorzugt über Biogasanlagen entsorgt, so dass die Abfälle anstelle von extra angebauten Energiepflanzen zur Energieerzeugung genutzt werden.

 

Lebensmittel werden in der Regel am Vortag oder am Tag des Ablaufs des MHDs aus dem Verkauf genommen, abhängig von der Länge der Haltbarkeit des Lebensmittels oder wenn es bestimmte gesetzliche Vorgaben gibt wie z.B. bei Eiern.

 

Prinzipiell werden bei tegut… keine Lebensmittel aus optischen Gründen entsorgt. Die Prüfung der Verzehrfähigkeit steht im Vordergrund. Wird die Qualität eines Produktes auf dem Lieferweg stark beeinträchtigt, versuchen wir eine Möglichkeit der sinnvollen Weiterverwendung zu finden. Ein Beispiel dafür ist unsere enge Zusammenarbeit mit dem Hersteller und Samenlieferanten der festen Rodelika-Möhren. Wir haben einen Safthersteller gefunden, der die Exemplare, die sich im Handel nicht verkaufen lassen, zu Saft verarbeitet. Ebenso lässt sich das Beispiel der getrockneten Bananenstücke nennen. Hier werden diese ab einem bestimmten Reifegrad an das St. Antoniusheim in Fulda, einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderung, und der dazugehörigen Antonius-Gärtnerei geliefert, getrocknet und dann wieder bei tegut… verkauft.

 

http://www.tegut.com/nachhaltigkeit/artikel/tegut-fairbindet-bio-bananenstuecke.html

 

 

 

Überdies versuchen wir unseren Kunden den Umgang mit Resten zu vermitteln, unter anderem mit dem Thema "Kreative Resteküche" und auch wöchentlich mit unseren Rezeptideen für erfahrene Köche (die gute Ess-Idee) gleichermaßen wie für Kocheinsteiger (3-Zutaten-Rezept). Ab KW 30 in 2014 wurde das Thema Resteverwertung wieder verstärkt im Rezeptbereich aufgenommen.

 

Ein abgelaufenes MHD bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Lebensmittel im Abfall landen muss. Da viele Produkte auch danach noch von guter Qualität sind, empfehlen wir in Anlehnung an die Aussagen des Verbraucherschutzes Hessen bei jedem einzelnen Produkt genau hinzuschauen und es dann möglichst zeitig zu verwenden. Diese Informationen stehen unseren Kunden jederzeit in der Broschüre „weniger wegwerfen“ und online zur Verfügung.

 

http://www.tegut.com/fileadmin/tegut_upload/Dokumente/Ratgeber_Kataloge_Infoblaetter/broschuere_weniger_wegwerfen_141112.pdf

 

 

 

Das Thema weniger Lebensmittel wegzuwerfen, ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, an dieser Stelle kann man keine einzelne Gruppe verantwortlich machen. Viel wichtiger ist es, dass alle Beteiligten sich bewusst werden, dass sie einen Beitrag dazu leisten können. Aus diesem Grund werden wir weiterhin versuchen unsere Kunden urteilsfähig zu machen und für das Thema zu sensibilisieren. Zu bedenken ist auch, dass Lebensmittelabfälle nicht im Sinne eines Lebensmitteleinzelhändlers sind, denn dies bedeutet Kosten. Aus diesem Grund sehen Sie auch die vielfältigen Bestrebungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, bis hin zum Wissen der Kunden, um Lebensmittelverschwendung einzudämmen – innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.

 

Dazu liefert die Studie des EHI Retail Institute Informationen über die einzelnen Mengen an Lebensmittelverschwendung, die in den Bereichen der privaten Haushalte und Branchenvertreter anfallen. tegut… hat sich bewusst dieser Studie angeschlossen, um mit Blick auf die Branche Transparenz zu unterstützen. Die Unterlagen können Sie beim EHI anfragen.

 

 

 

Anliegend sende ich Ihnen den Link der September-Ausgabe 2011 unserer Kundenzeitschrift "marktplatz", dem Sie ab Seite 4 Antworten auf Ihre Fragen bezüglich unserer Ausrichtung in Bezug auf die Vermeidung von Lebensmittel-Müll und den Umgang mit nicht vermeidbaren Abfällen entnehmen können.

 

http://www.tegut.com/fileadmin/tegut_upload/Kampagnen_und_Aktionen/2012/Marktplatz_Bilder/tegut_marktplatz_september_2011.pdf

 

 

 

Stella Kircher

 

Leitung Unternehmenskommunikation

 

Fon: 0661-104 641, Fax: 0661-104 990 641

 

kircher_s@tegut.com

 

tegut... gute Lebensmittel, Gerloser Weg 72, 36039 Fulda

 

 

 

 

 

EDEKA

 

Der verantwortungsvolle Umgang mit Lebensmitteln ist für alle Stufen des genossenschaftlich strukturierten EDEKA-Verbunds ein wichtiges Anliegen. Unsere rund 4.000 selbstständigen Kaufleute, die sieben EDEKA-Großhandelsbetriebe und die EDEKA-Zentrale engagieren sich auf vielfältige Weise, um überschüssige Lebensmittel im Handel auf ein Minimum zu reduzieren und die Verbraucher für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren.

 

Mit unterschiedlichen Maßnahmen wird überall im EDEKA-Verbund dazu beigetragen, die Menge der Lebensmittelabfälle so gering wie möglich zu halten. Überschüssige Lebensmittel wegzuwerfen ist nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten kritisch, sondern stellt auch ein wirtschaftliches Verlustgeschäft dar. Vor diesem Hintergrund optimieren Warenwirtschaftssysteme den Warenfluss und helfen dabei, ein Überangebot zu vermeiden. Moderne Lagerstandorte, eine effiziente Logistikflotte und innovative Märkte gewährleisten, dass möglichst wenige Lebensmittel durch Transport und Lagerung verloren gehen. Im Markt helfen die selbstständigen EDEKA-Kaufleute mit ihrer Erfahrung in Punkto Lebensmitteln, die Nachfrage genau abzuschätzen, und durch fachgerechten Umgang mit den Produkten, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Waren, die den optischen Erwartungen der Verbraucher weniger entsprechen, qualitativ aber einwandfrei sind, werden in vielen Märkten für eine Vielzahl von frisch zubereiteten Convenience-Produkten verwendet.

 

Studien zufolge entsteht die größte Menge an Lebensmittelabfällen bei den Verbrauchern. Hier gibt es bei EDEKA verschiedene Maßnahmen, um diesem Problem zu begegnen: Möglichkeit der verbraucherindividuellen Portionierung an den Bedientheken, Angebot unterschiedlicher Verpackungsgrößen, Verkaufsaktionen mit Preisnachlass kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum-Ablauf. Zudem zählen die EDEKA-Kaufleute und Großhandelsgesellschaften zu den wichtigsten Förderern der bundesweit fast 900 lokalen Tafel-Initiativen und weiterer sozialer Einrichtungen, denen sie regelmäßig Lebensmittel spenden. Für unser Engagement wurden wir im vergangenen Jahr vom Bundesverband der Tafeln e.V. mit dem "Tafel-Teller" ausgezeichnet.

 

Um die Wertschätzung von Lebensmitteln zu fördern, engagiert sich EDEKA darüber hinaus auf verschiedene Weise: Als erster Lebensmittelhändler in Deutschland hat EDEKA Ende 2013 auch verschiedene Artikel, die von der Norm abweichen, testweise in der Obst- und Gemüseabteilung einiger Märkte angeboten. EDEKA-Medien wie die Kundenzeitschrift "Mit Liebe" sowie die Ernährungsberatung in den Märkten geben Verbrauchern Tipps zur Lagerung von Lebensmitteln, erläutern das MHD oder geben Anregungen für die Resteküche.

 

 

 

i.A. Kerstin Hastedt

 

EDEKA ZENTRALE AG & Co. KG

 

Geschäftsbereich Unternehmenskommunikation/Public Affairs

 

Mitarbeiter- und Medienkommunikation

 

Pressereferentin

 

New-York-Ring 6

 

22297 Hamburg

 

Tel.:   +49 40 6377 - 2182

 

Fax:    +49 40 6377 - 4777

 

mailto:kerstin.hastedt@edeka.de

 

http://www.edeka.de

 

 

 

 

 

LIDL

 

Lidl ist grundsätzlich bestrebt, das Entsorgen von Lebensmitteln zu vermeiden. Die Haltbarkeitsdaten der Lebensmittel werden in unseren Filialen regelmäßig und systematisch überprüft. In einem bestimmten Zeitraum vor Erreichen des jeweiligen Haltbarkeitsdatums bieten wir die betreffenden Artikel zu einem deutlich reduzierten Preis an oder geben diese an die Tafeln ab.

 

Seit mehreren Jahren pflegen wir eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Tafeln. Bei den weitergegebenen Waren handelt es sich um Nahrungsmittel, die verzehrfähig und lebensmittelrechtlich unbedenklich sind. Es geht uns darum, dass noch verzehrfähige Lebensmittel nicht abgeschrieben und weggeworfen, sondern zur Linderung der Folgen von Armut abgegeben werden.

 

Mit Hilfe dieser Vorgehensweise sowie auf der Basis sehr guter Kalkulationen für den Warenbestand und den Abverkauf können wir größtenteils ausschließen, dass abgelaufene Ware übrig bleibt. Aus diesem Grunde ist die Warenmenge, die entsorgt werden muss, weil die Produkte beschädigt oder verdorben und daher für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignet sind, bei Lidl sehr gering.

 

 

 

Wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen hilfreich sind.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Mario Koehler

 

Pressestelle Lidl Deutschland

 

Telefon: +49 (0) 7132 - 30 60 90

 

e-mail: presse@lidl.de

 

Fax: +49 (0) 7132 - 30 54 83        

 

LIDL Dienstleistung GmbH & Co. KG, Rötelstraße 30, 74166 Neckarsulm

 

Sitz: Neckarsulm · Registergericht Stuttgart HRA 103756 · USt.-ldNr.: DE 812243627

 

 

 

 

 

 

 

NETTO (Edeka)

 

Als Discounter setzen wir auf Schnelldreher in unserem Sortiment und berücksichtigen bei unseren Bestellabläufen die tatsächliche Kundennachfrage je Artikel. Einige Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums reduzieren wir die Artikel deutlich im Preis, um weitere Abverkäufe zu realisieren.

 

Nicht verkaufte, noch haltbare Lebensmittel verschiedener Warensegmente wie z.B. Pasta, Backwaren, Molkereiprodukte, etc. leiten wir an die Tafeln weiter und unterstützen auf diese Weise Bedürftige in ganz Deutschland. Denn die Übernahme von sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung ist ein wesentlicher Bestanteil der Unternehmenskultur von Netto Marken-Discount. Durch dieses Vorgehen wird der Großteil unserer Lebensmittel verkauft bzw. an Bedürftige weitergegeben. Der Anteil an Lebensmitteln, den wir nach Ablauf des MHD-Datums entsorgen müssen, ist marginal.

 

Zudem bieten wir regelmäßig Obst- und Gemüseprodukte aus deutschem Anbau an, die von der Norm abweichen. Geschmacklich und qualitativ sind diese Lebensmittel identisch zu dem Standardsortiment. Damit möchte wir die Öffentlichkeit zum Thema Wertschätzung von Lebensmitteln sensibilisieren. Zugleich ergänzen wir auf diese Weise unser Angebot an deutschen Produkten um weitere Erzeugnisse aus der Heimat und bauen somit unsere Unterstützung der deutschen Landwirtschaft weiter aus.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Netto Marken-Discount AG & Co. KG

 

Industriepark Ponholz 1

 

93142 Maxhütte-Haidhof

 

Christina Stylianou

 

Leiterin

 

Unternehmenskommunikation

 

___________________________________

 

Telefon: 09471 320-9 99

 

Telefax: 09471 320-69 99

 

E-Mail: christina.stylianou@netto-online.de

 

Internet: http://www.netto-online.de

 

Blog: www.netto-blog.de

 

Weitere Angaben zu unserem Unternehmen finden Sie unter:

 

http://www.netto-online.de/impressum

 

 

 

 

 

REWE

 

die REWE Group engagiert sich seit Jahrzehnten erfolgreich dafür, dass so wenig Lebensmittel wie möglich vernichtet werden müssen. Denn verantwortliches Handeln im Sinne der Gemeinschaft ist für die genossenschaftlich organisierte REWE Group integraler Bestandteil der Unternehmenskultur.

 

Mittlerweile verkaufen die Supermärkte (REWE) und Discountfilialen (PENNY) im Jahresdurchschnitt bis zu 99 Prozent ihrer Lebensmittel. Das Gros des verbleibenden Prozents stellt die REWE bereits seit 1996 (PENNY seit 2007) kostenlos den bundesweit rund 900 lokalen Tafel-Initiativen zur Verfügung.

 

Das gilt für Lebensmittel, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können. Das ist beispielsweise der Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum zeitnah abläuft, oder der Apfel mit einer Druckstelle. Grundsätzlich handelt es sich um frische und/oder unverpackte Lebensmittel wie Milch, Joghurt sowie Obst und Gemüse – Lebensmittel.

 

Nicht an die Tafeln abgegeben werden Lebensmittel, die verdorben sind, die ein Verbrauchsdatum haben (z.B. Frischfleisch oder -fisch) oder aber – aufgrund ihrer Kühlpflichtigkeit – nicht von den Tafeln angenommen werden können. Diese Lebensmittel müssen entsprechend der gesetzlichen und hygienischen Vorgaben sachgerecht entsorgt werden.

 

 

 

Moderne Technik und geschulte Mitarbeiter

 

Moderne Prognosesysteme – teilweise unter Berücksichtigung des Wettervorhersage – und automatisierte Bestellverfahren unterstützt durch die kaufmännische Erfahrung der Mitarbeiter ermöglichen schon heute eine sehr gute und bedarfsgerechte Versorgung der Märkte mit frischer Ware. Kurze Transportwege zwischen Lagerstandorten und den Märkten, eine lückenlose Kühlung von der Herstellung bis ins Regal, aber auch regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter, tragen dazu bei, die Verlustquoten auf ein Minimum zu reduzieren. Neben modernen Warenwirtschaftssystemen, kurzen Transportwegen oder lückenloser Kühlung setzt die REWE Group auch auf regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter. Die Mitarbeiter in Märkten kontrollieren nach marktindividuell festgelegten Intervallen täglich die Mindesthaltbarkeitsdaten der Produkte. Produkte (z.B. Frisch-Fleisch), die das Mindesthaltbarkeitsdatum in wenigen Tagen erreichen, werden bei REWE und PENNY bis zu 30 Prozent preisreduziert angeboten.

 

Es ist somit seit vielen Jahrzehnten Anspruch und gelebte Praxis der gesamten REWE Group, mit Lebensmitteln nachhaltig und verantwortungsvoll umzugehen.

 

 

 

Kunden sollten den Einkauf planen

 

Allerdings können auch Verbraucher einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. So kann ein gut geplanter Einkauf dazu beitragen, die Wegwerfquote von Lebensmitteln zu verringern. In ihren Märkten in Deutschland bieten die REWE Group den Kunden ein umfassendes und „jederzeit" verfügbares Angebot einwandfreier und sicherer Lebensmittel – dort wo es nachgefragt wird, auch noch bis in die Abendstunden. Diese Leistung garantiert den Kunden, sich jederzeit mit den Produkten ihrer Wahl versorgen zu können, ohne sich langfristig bevorraten zu müssen. Denn mit der Bevorratung steigt potenziell das Risiko des Verderbs im heimischen Kühlschrank. Damit Lebensmittel möglichst lange ihre Qualität bewahren, ist es wichtig, sie zu Hause korrekt zu lagern. Letztlich kann auch mit einer guten Resteverwertung nicht nur Müll vermieden, sondern auch Geld gespart werden. Fast noch wichtiger: Mit dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum ist ein Produkt nicht zwangsläufig verdorben. Kunden sollten zunächst immer ihre Sinne wie Sehen, Schmecken oder Riechen nutzen und dann entscheiden, ob sie – auch im Hinblick auf etwaige Vorerkrankungen oder den aktuellen Gesundheitszustand – das Produkt noch essen.

 

 

 

Containern ist ein Risiko

 

Grundsätzlich gibt die REWE Group beim Thema „Containern“ zu bedenken, dass beispielsweise Lebensmittel, die verschimmelt sind oder Kontakt zu verschimmelter oder verdorbener Ware hatten, weder aus ethisch-moralischen noch aus juristischen Gründen abgeben können. Gerade Schimmel wird oft unterschätzt: Bei Obst mit einem hohen Flüssigkeitsanteil wie Erdbeeren bilden sich bedenkliche Schimmelsporen auch schon, obwohl man von  außen keine Schimmelbildung wahrnehmen kann. In solchen Fällen ist die REWE Group letztlich – auch aus juristischen Gründen - gezwungen, nicht nur eine einzelne Erdbeere auszusortieren, sondern die gesamte Schale. Auf solchen Produkten können sich sehr schnell und in großer Zahl Keime bilden, die Auslöser von Lebensmittelinfektionen und Lebensmittelvergiftungen sein können. Außerdem können sich in den Behältern Lebensmittelabfälle befinden, die aus Warenrückrufen stammen. Diese und andere „Gefahren“ kann der Mülltaucher nicht (er)kennen. Aus diesem Grund sind die Marktverantwortlichen angehalten, die Müllcontainer vor dem Zugriff Dritter zu sichern. Wie dies geschieht, ist Angelegenheit des jeweiligen Marktes.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Andreas Krämer

 

REWE GROUP

 

Pressesprecher

 

Telefon: +49 221 149-1054

 

E-Mail: andreas.kraemer@rewe-group.com<mailto:andreas.kraemer@rewe-group.com>

 

Internet: www.rewe-group.com<http://www.rewe-group.com/>

 

REWE-ZENTRALFINANZ eG

 

Domstraße 20, 50668 Köln

 

Postfach: 50603 Köln

 

Vorstand: Alain Caparros (Vorsitzender), Manfred Esser, Jan Kunath, Dr. Christian Mielsch, Lionel Souque, Frank Wiemer

 

Aufsichtsratsvorsitzender: Erich Stockhausen

 

Registergericht: Amtsgericht Köln (43 GnR 631), Sitz der Gesellschaft: Köln

 

GLN: 43 88 800 00000 7

 

USt-Id-Nr.: DE 122 789 630

 

 

 

 

 

ALDI

 

vielen Dank für Ihre Anfrage.

 

Die Unternehmensgruppe ALDI SÜD betreibt Filialen in Süd- und Westdeutschland. Unsere Regionalgesellschaften Butzbach und Langenselbold betreiben Filialen zum Beispiel in Gießen oder Fulda. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen zur Situation in Ihrem nördlichen Verbreitungsgebiet zusätzlich an ALDI Nord.

 

Als eines der führenden deutschen Einzelhandelsunternehmen ist sich ALDI SÜD seiner besonderen Verantwortung bewusst. Unsere Verantwortung bezieht sich dabei nicht nur auf die Erfüllung eines umfassenden Qualitätsanspruchs, sondern umfasst ebenso die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und das Spenden an soziale Einrichtungen. Gerne berichten wir Ihnen dazu aus unserer Unternehmenspraxis.

 

Generell achten wir in den Filialen der Unternehmensgruppe ALDI SÜD darauf, die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln stets so gering wie möglich zu halten. Lebensmittelreste entstehen in unseren Filialen nur selten, weil ALDI SÜD als Discounter Produkte mit einer hohen Umschlagshäufigkeit verkauft. Bei diesen sogenannten Schnelldrehern haben die Waren im Sortiment sehr kurze Durchlaufzeiten. Durch eine genaue Planung und durch tägliche, von den Abverkäufen abhängige Bestellungen durch unsere Filialverantwortlichen, können wir die Lebensmittelreste auf ein Minimum reduzieren. Auch unsere Non-Food- und Aktionsartikel planen wir gewissenhaft unter Berücksichtigung aller uns zur Verfügung stehenden Informationen, beispielsweise den Erfahrungen aus vorangegangenen Aktionen.

 

In unseren gesamten Filialen fördern wir zudem den Verkauf frischer Lebensmittel, indem wir Produkte aus den Bereichen Frischfleisch und Fisch aus der Kühltheke, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, zu einem reduzierten Preis anbieten. Der Preisnachlass beträgt 30 Prozent des Originalpreises. Zudem erfolgen Reduzierungen auf Obst- und Gemüseartikel, wenn diese einen bevorstehenden Verderb aufweisen.

 

Sollten in unseren Filialen dennoch Produkte übrig bleiben, werden die Waren in der Regel an soziale Einrichtungen wie beispielsweise die örtliche Tafel weitergegeben. Grundlage für die Abgabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen ist selbstverständlich die Einhaltung aller relevanten gesetzlichen Vorschriften. Dies bedeutet, dass wir auch im Sinne unserer Sorgfaltspflicht und der Verantwortung für unsere Kunden gewährleisten müssen, dass lediglich zum Verzehr geeignete Lebensmittel abgegeben werden. Dabei spielen Kriterien wie beispielsweise die Einhaltung der Kühlkette eine Rolle. Lebensmittel, die nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet sind, können beispielsweise an zertifizierte Landwirte oder Einrichtungen wie Tierheime als Futtermittel weitergegeben werden.

 

Lebensmittel, die nicht mehr zum Verzehr geeignet sind, können sozialen Einrichtungen grundsätzlich nicht zur Verfügung gestellt werden. Sie werden als Abfall fachgerecht entsorgt. Eine anderweitige Weitergabe dieser Ware ist lebensmittelrechtlich grundsätzlich untersagt. Aus diesem Grund ist die Entnahme von Lebensmitteln aus unseren Abfallcontainern rechtswidrig und wird von der Unternehmensgruppe ALDI SÜD auch nicht geduldet.

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Lina Unterbörsch

 

Kommunikation

 

ALDI Einkauf GmbH & Co. oHG

 

Unternehmensgruppe ALDI SÜD

 

Burgstraße 37

 

45476 Mülheim an der Ruhr

 

Telefon  +49 208 9927-0

 

Telefax   +49 208 9927-2529

 

E-Mail    presse@aldi-sued.de<mailto:presse@aldi-sued.de>

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Statements zum Thema:

 

 

 

 

Der BUND rät (laut www.bund.net/service/ratgeber/lebensmittel)

 

Zehn Tipps wider die Verschwendung

 

Manche Aktivisten begegnen der Essensvernichtung durch "Containern": Sie durchforsten die Mülltonnen von Supermärkten nach noch genießbaren Waren. Andere unterstützen Einrichtungen wie die "Deutsche Tafel" e.V., die unverkaufte Lebensmittel sammelt und an Bedürftige verteilt. Doch wir alle können unseren Beitrag leisten:

 

  • Kaufen Sie nur wirklich benötigte Lebensmittel.
  • Vorsicht beim Kauf von Großpackungen, die zu einem (vermeintlichen) Schnäppchenpreis angeboten werden, aber Ihren Bedarf übersteigen.
  • Fragen Sie in Ihrem Supermarkt, wie viele Lebensmittel im Müll landen; und ob Reste für Bedürftige (und Leute, die »containern«) freigegeben werden.
  • Auch krumme Gurken gehören in den Einkaufskorb, optische Abweichungen mindern nicht den Geschmack.
  • Bestellen Sie eine Gemüse- oder Obstkiste beim Bioladen; der Händler kann so besser kalkulieren und Ware nach Bedarf ordern.
  • Kaufen Sie nach Möglichkeit direkt beim Bauern: Hofläden dürfen Produkte jenseits der Norm anbieten.
  • Oder schließen Sie sich (aus dem gleichen Grund) einer Einkaufsgemeinschaft mit Direktbezug an.
  • Erwerben Sie (preisreduzierte) Produkte, deren Mindesthaltbarkeit bald abgelaufen ist.
  • Ist ein Produkt wirklich verdorben? Prüfen Sie genau, bevor Sie etwas wegwerfen.
  • Verwerten Sie Reste: Alte Brötchen werden zu Semmelknödeln, zu viel Gekochtes lässt sich einfrieren

 

 

 

 

 

 

 

Aktion Agrar (Text von www.leeretonne.de/darum-gehts)

 

Die Bundesregierung zielt mit ihrer Kampagne “Zu gut für die Tonne” fast ausschließlich auf den VerbraucherInnen. Aber allein Appelle an den VerbraucherInnen reichen nicht aus, wenn die Regierung das selbst gesteckte Ziel erreichen will, in den nächsten fünf Jahren die skandalöse Lebensmittelverschwendung um die Hälfte zu reduzieren. Die Landwirtschaft, die Industrie, das Transportwesen und der Groß– und Einzelhandel müssen stärker und offensiv zu Veränderungen gebracht werden. Die Szupermärkte spielen eine zentrale Rolle bei der Verringerung der Lebensmittelverschwendung. Zum einen schmeißen sie selbst tonnenweiseessbare Lebensmittel weg, weil ein Mindesthaltbarkeitsdatum näher rückt oder eine braune Stelle ein Stück Obst oder Gemüse weniger ästhetisch erscheinen lässt. Zum anderen haben sie in der Geschichte des großen Wegwerfens eine Scharnierfunktion: Sie entscheiden durch ihre Beschaffungspraxis mit darüber, wie viel Gemüse als unverkäuflich auf den Äckern verbleibt. Durch ihre Werbung und Kaufanreize mittels Sonderangeboten und Großgebinden steuern sie, was und wieviel KonsumentInnen mehr nach Hause tragen, als sie eigentlich benötigen. Das führt zu einem Konsumrausch und verschärft die Überproduktionentlang der gesamten Produktionskette.

 

 

 

 

 

Die Mülltaucher (mit Internetseiten wie www.alltagsalternative.de.vu)

„Überquellender Container“, sagt Dirk, als er nach einer nächtlichen Tour mit einem vollen Fahrradhänger wieder den Ausgangspunkt erreichte. Gemüse, Obst, aber auch verarbeitete Lebensmittel fand er zuhauf. Eigentlich wollte er mehrere Supermärkte ansteuern. Aber nach einem Edeka und einem tegut war Schluss: „Es passte nichts mehr auf den Hänger.“ Dabei war der nicht besonders klein. Dirk lebt in Braunschweig, war jetzt aber in einer politisch aktiven Wohngemeinschaft in Hessen. Alle dort leben nur von dem, was in den umgebenden Läden weggeworfen wird. Sie können sogar ein kleines Tagungshaus mitversorgen und haben schon vor gut 12 Jahren unter www.alltagsalternative.de.vu eine Internetseite zum Thema erstellt. Die Angaben der Supermarktketten über ihren sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln können sie nicht teilen: „Wir finden immer etwas – meistens sehr viel.“ Dabei sind sie nicht die einzigen, die regelmäßig in den Mülltonnen suchen. Wenn sie erwischt werden, reden sie mit dem Personal oder sogar der Marktleitung. Deren Reaktionen fallen sehr unterschiedlich aus: „Manchmal werden wir verjagt, andere äußern Verständnis und lassen und wühlen.“ Ein großer Supermarkt in Innenstadtlage verteidigte in den vergangenen Wochen seine Mülltonnen regelrecht: „Einmal haben die sogar auf uns eingetreten, bis einer blutete. Im anderen Fall haben die sich auf ihre Mülltonnen gesetzt – so eine Art Sitzblockade, damit die Lebensmittel auch ja im Müll landeten.“ Die Containerer hatten da nur kurz reingucken können, bevor die Bediensteten die „Rettung“ der Lebensmittel verhinderten. Was sie sahen, machte sie doppelt traurig: Mehrere große Tonnen waren randvoll mit einwandfrei genießbarem Essen. Produktion und Entsorgung belasteten die Umwelt, und die verhinderten Containerer*innen mussten unverrichteter Dinge nach Hause radeln. „Immerhin besser als gleich verprügelt zu werden“, sagt einer von ihnen. Auch das hat er schon erlebt – Bedienstete, die für das Recht, Essen wegzuwerfen, sogar Hand anlegen.

Engelbert Strauss Ausbildung Studium