Da rappelt es in der Kiste! Die geballte Kraft, der sich zu diversen Fahrzeugen transformierenden Roboter, knallt mal wieder zusammen. Grob und handlungsarm bietet Transformers 4 - Ära des Untergangs  erneut das, was inzwischen Generationen vor allem männlicher Kids in ihren Kinderzimmern Dank des Spielzeugherstellers Hasbro erleben durften: Das Zusammentreffen von guten und bösen Maschinen. Die Computer-Animation kommt akustisch wie visuell kraftvoll und authentisch daher. Wer braucht bei all dem Gekloppe denn noch eine Story? Während die maschinellen Protagonisten ganz die Alten sind, ist eine komplett neue Schauspielerriege am Start. Marc Walberg ist einer von ihnen. Doch Schauspielkunst ist in diesem Streifen sicherlich nicht wirklich das Wichtigste. Von daher bleibt die Frage des Unterhaltungsfaktors und die kann durchaus positiv beantwortet werden.

USA | Action | 2014 | FSK: 12 | 165 Min.

 

Foto: Camino
Foto: Camino

Die Frau des Bildhauers (Claudia Cardinale) liest auf der Straße in einem kleinen Pyrenäendorf eine junge Frau auf, die vor dem Franco-Regime flüchtet.
Sie nimmt Mercè (Aida Folch) mit zum Essen nach Hause. Dort bietet sie ihr an, in einem Haus auf dem Berg wohnen zu können, wenn sie im Gegenzug ihrem Mann Marc (Jean Rochefort) nackt Modell steht.
Nach anfänglicher Zögerlichkeit gewöhnt sich Mercè an ihre Aufgabe des Nacktseins und widmet sich zusehends den Beobachtungen des Weges zur finalen Skulptur.
Das von Jean-Claude Carrière stammende Künstlerporträt Das Mädchen und der Künstler taucht Regisseur Fernando Trueba in ein stimmungsvolles Schwarz-Weiß. Dieses unterstützt die entschleunigte Darstellung des kreativen Prozesses. Parallel entfaltet Trueba das sinnliche Bild des weiblichen Körpers, das einer Hommage gleichkommt, und verquickt diese mit dem Kontrast von Jung und Alt. Die Berührungspunkte der beiden Pole bilden den stillen Höhepunkt dieses Filmes.

Drama | E/F 2012 | 105 min. | FSK: - | Start: 10.7.2014

 

Japan, Anfang des 18. Jahrhunderts. 47 RONIN werden herrenlos, nachdem der in-trigante Lord Kira ihren Fürst mittels Magie in den Tod trieb. Während die Prinzessin nach Ablauf der formalen Trauer die Frau Kiras werden soll, sinnt Oishi (Hiroyuki Sanada) und seine Gefährten auf Rache. Unterstützung holt sich Oishi beim Halbblut Kai (Keanu Reeves). Ein Kampf gegen Intrigen, Macht und Fabelwesen beginnt, der nur von strengen Traditionen gewonnen werden kann.
Sein Comeback ins Action-Genre begeht Keanu Reeves in einem bildgewaltigen Fantasy-Epos. Dieses basiert auf einer japanischen Legende, die seit Generationen nicht vergessen wird.
Abgesehen vom Ende bietet die Story nicht viel mehr, als den alten Kampf zwischen Gut und Böse sowie eine innige Liebe zwischen Zweien, die das Schicksal nie richtig zusammenführt. Somit kann sich getrost der actiongeladenen Bildgewalt hingegeben werden.

Action / Drama | USA 2013 | FSK: 12 | 114 min. | Start: 5.6.2014     

  

Der Medicus

Der deutsche Regisseur Philipp Stölzl  brachte die Verfilmung des gleichnamigen Weltbestsellers Der Medicus von Noah Gordon im Dezember 2013 sehr erfolgreich in die Kinos. Nun ist der hervorragende Film auch fürs Sofakino erschienen. Trotz seiner beachtlichen Länge von 150 Minuten erfüllt der Streifen höchste Unterhaltungsansprüche und ist von einem Hollywood-Blockbuster nicht zu unterscheiden. Die Handlung spielt im 11. Jahrhundert. Quacksalbern ist in Europa das Feld der Heilung überlassen. Bader gehen mit brachialen Methoden und allerhand Scharlatanerie medizinische Probleme an.  Zu dieser Zeit sind Blinddarmendzündungen, aufgrund mangelnder chirurgischer Kenntnisse, ein Todesurteil. Der sogenannten Seitenkrankheit erliegt auch die Mutter des kleinen Rob Cole (Tom Payne). Der schließt sich zunächst einem Bader (Stellan Skarsgård) an und schaut sich viele Kniffe ab. Bald stößt er – stets den Wunsch die Seitenkrankheit heilen zu wollen – an die Grenzen von dessen Künsten. Er macht sich alleine auf den Weg ins ferne Persien, um dort vom größten Mediziner dieser Zeit, Ibn Sina (hervorragend von Ben Kingsley gespielt), mehr zu lernen. Doch erst eine seinerzeit als Totenschändung interpretierte geheime Autopsie lässt Rob der Blinddarmendzündung auf die Schliche kommen. Er wagt einen chirurgischen Eingriff beim an der Seitenkrankheit erkrankten Shah.

Abenteuer | D 2013 | FSK: 12 | 149 min. | Start: 22.5.2014

 

End of Watch

Los Angeles: Die zwei Streifen-Cops Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zavala (Michael Peña) sind jeden Tag in einem Dschungel aus Gewalt und Irrsinn unterwegs. Da scheint es für sie genau zu passen, mit unkonventionellen Methoden zu arbeiten. Zudem sind sie frech zu den Kollegen, doch tragen auch immer wieder große Arbeitserfolge davon. Kurz: Taylor und Zavala sind Topf und Deckel; sie geben sich da Halt, wo gefährliche Haltlosigkeit regiert.
Mit End of Watch setzt David Ayer in Found Footage-Stil, bei dem die Akteure selbst filmen, nicht nur seine Serie von L.A.-Thrillern fort, sondern schafft es trotz einiger Huckeligkeiten im doppelten Sinne die Zuschauer zu packen.
Zwar sind Polizisten-Helden ja so eine Sache, doch will Ayer den „echten“ mit diesem Film ein Denkmal setzen. Das gelingt ihm voll und ganz. End of Watch ist ein Film, der die komplette Bandbreite an Gefühlen bedient: derb, witzig, erschreckend brutal, spannend und traurig.

Action/Drama | USA 2012 | 109 Min. | FSK: ab 16 | Start: 11.4.2013

The British Bride

Es geht nichts über zielgruppenspezifische Unterhaltungsware. The British Bride ist dazu der klare Beleg, denn hier passt einfach nichts zusammen. Also ein schönes Gegenbeispiel! Denn für wen soll der Streifen eigentlich sein? Wer seine 12-jährige Tochter richtig vor dem Fernseher platziert glaubt, liegt vor Scham errötet völlig falsch. Wer „Hangover“ verwöhnt ist - selbst vor Langweile in Sekundenschlaf verfallend - ebenso. Auch romatische Paare werden angewidert ausschalten oder ihre Libido nachhaltig verlieren.
Hochzeitskomödien gab es ja nun schon einige. Und doch gelang es anderen Drehbuchautoren und Regiesseuren zuweilen spannende, witzige oder einfach nur schön romantische Beispiele abzuliefern. Am Ende kommt zwar stets heraus: Die beiden heiraten, aber der gezeigte Weg war steinig oder zumindest bunt.
Auch in diesem Film wird daran nie ein Zweifel gelassen, auch wenn die das Brautpaar umgebenden Umstände vermeintlich schwierig sein sollen. So lassen die Freunde des Bräutigams schon mal den Ring ins Klo fallen und haben versäumt, eine Limossine zu bestellen. Ein Sakko reißt - aufregend nicht? Eine der Brautjungfern muss das Gesäß genäht bekommen, nachdem sie auf einem Champagnerglas Platz nahm. Eine andere kommt nicht in die Hufe, weil sie am Vorabend der Hochzeit einen Stripper abgeschleppt hat. Ein Rock bleibt in der gerade abfahrenden Limousinentür hängen und - er reißt. Klingt irgendwie alles abgedroschen, schon mal gesehen und sterbenslangweilig? Stimmt!
Zugegebenerweise: Manch vereinzelte Idee ist neu und witzig, doch hakt es stets an der Umsetzung.
So wird beispielsweise per DSLR-Kamera sowohl die Gruppe um den Bräutigam als auch die der Braut pseudodokumentarisch in der Handlung gefilmt und für uns Zuschauer in Gegenüberstellungen zusammengeschnitten. Aber wo ist da der Sinn? Haben die Brautleute wenigstens sich widersprechende Vorstellungen übereinander? Nein.Unterm Stricht gilt: Britischer Humor geht anders! 

Komödie | GB 2012 | FSK: 12 | 92 min. | Start: 12.5.2014

 

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